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Gesellschaft 26.06.2026, 09:10 Aktualisiert: 26.06.2026, 10:15

Gerüchte über angeblichen Kinderhandel auf Vinted: Belege fehlen

Keine Belege für Kinderhandel auf Vinted gefunden.

Wichtige Fakten

  • Keine Belege für Kinderhandel auf Vinted gefunden.
  • BKA meldet gehäufte Anzeigen seit 23. Juni.
  • Hohe Preise haben Sammlerwert oder sind Trolling.
  • Gerüchte entspringen alter QAnon-Verschwörung.
  • Ermittlungsbehörden werden durch Falschmeldungen belastet.

Hintergrund der Gerüchte

Auf Social Media kursieren Videos, die behaupten, dass auf der Secondhand-Plattform Vinted Kinder zum Kauf angeboten werden. Als angebliche Belege dienen Screenshots von Stofftier-Anzeigen mit hohen Preisen und Beschreibungen wie "9 Jahre alt, weiblich". Die Kombination aus Preis und Text soll auf Kinderhandel hindeuten.

Behörden und Plattform sehen keine Beweise

Das Bundeskriminalamt (BKA) teilt mit, dass sich die Hinweise bislang nicht bestätigt haben. Auch die Polizei Hessen und die hessische Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität haben keine konkreten Erkenntnisse. Vinted selbst fand keine Beweise für kriminelle Aktivitäten und erklärte, die Altersangaben bezögen sich auf die Zielgruppe der Spielzeuge. Hohe Preise könnten Sammlerwert oder Verhandlungstaktik widerspiegeln, teilweise sei es Trolling.

Einordnung als Verschwörungserzählung

Die Gerüchte ähneln einer alten QAnon-Erzählung von 2020, nach der der Online-Händler Wayfair Kinder über Möbel verkauft habe – auch dafür gab es keine Belege. Josef Holnburger vom CeMAS warnt, dass solche Falschmeldungen wertvolle Ermittlungszeit binden und von tatsächlichem Kinderhandel ablenken, der vorwiegend im privaten Umfeld stattfinde.

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