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Gesellschaft 31.05.2026, 07:37 Aktualisiert: 31.05.2026, 18:03

Gewalt und psychische Erkrankung: Faktencheck

Nur sehr wenige psychisch Kranke werden gewalttätig.

Wichtige Fakten

  • Nur sehr wenige psychisch Kranke werden gewalttätig.
  • Behandlung senkt das Gewaltrisiko deutlich.
  • Wichtige Risikofaktoren sind Armut, Isolation und traumatische Kindheit.
  • Bei Gewalttätern zeigen Gehirnregionen oft Überreaktion und mangelnde Impulskontrolle.

Zusammenhang zwischen Gewalt und psychischer Gesundheit

Immer wieder richten sich die Blicke nach Gewalttaten auf die psychische Verfassung der Täter. Dabei werden die wenigsten Menschen mit psychischen Erkrankungen gewalttätig. In Deutschland leiden rund 18 Millionen Menschen an psychischen Erkrankungen, nur ein verschwindend geringer Anteil begeht Gewalttaten. Es gibt jedoch Krankheitsbilder wie die antisoziale Persönlichkeitsstörung oder Schizophrenie, die die Wahrscheinlichkeit für Aggression erhöhen. Wichtig ist: Behandlung senkt das Risiko erheblich. Forscher wie Ute Habel (Uniklinik Aachen) warnen vor Stigmatisierung in der Medienberichterstattung, die zu unnötiger Angst führen kann.

Weitere Risikofaktoren für Gewalttaten

Aktuelle Gewalttaten wie die Amokfahrt in Leipzig (Mai 2026) werfen Fragen nach den Ursachen auf. Wissenschaftler betonen, dass psychische Erkrankungen oft überschätzt werden. Wichtiger sind sozioökonomische Faktoren wie Armut, soziale Isolation, niedriges Bildungsniveau sowie eigene Gewalterfahrungen in der Kindheit. Zudem spielen neurobiologische Aspekte eine Rolle: Eine übersensible Amygdala nimmt Bedrohungen verstärkt wahr, ein unteraktivierter präfrontaler Kortex schwächt die Impulskontrolle. Drogen- und Alkoholkonsum begünstigen Gewalt ebenfalls.

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