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Wirtschaft 10.08.2026, 12:37 Aktualisiert: 10.08.2026, 18:01

Goldpreis erholt sich: Zinshoffnungen und Iran-Krieg beflügeln Anleger

Goldpreis steigt auf über 4.300 Dollar, plus 10 Prozent seit Juni.

Wichtige Fakten

  • Goldpreis steigt auf über 4.300 Dollar, plus 10 Prozent seit Juni.
  • Zinserhöhung der Fed im September zunehmend unwahrscheinlich.
  • Ölpreis Brent erneut gestiegen, Iran-Konflikt hält an.
  • Zentralbanken kauften im Q2 Rekordmenge Gold (289 Tonnen).
  • DAX bleibt knapp unter Rekordhoch bei 26.445 Punkten.

Goldpreis erholt sich trotz Iran-Krieg

Der Goldpreis hat sich in den letzten Tagen deutlich erholt. Erstmals seit Mitte Juni kostet eine Feinunze wieder über 4.300 US-Dollar, nachdem sie Ende Juni noch unter die Marke von 3.943 Dollar gefallen war. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem veränderte Erwartungen an die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Erst Ende Juli gingen viele Marktbeobachter von einer Zinserhöhung im September aus, doch aktuelle Arbeitsmarktdaten haben die Zweifel an einem weiteren Zinsschritt gestärkt. Daraufhin tendierten auch die Aktienmärkte positiv: Der DAX kletterte am Dienstag wieder in die Nähe seines Rekordhochs von 26.445 Punkten, hielt sich aber im Tagesverlauf bei einem schmalen Plus von 0,15 Prozent.

Geopolitische Spannungen treiben Ölpreis

Am Rohölmarkt dreht sich dagegen die Preisspirale angesichts der Zuspitzung des Iran-Konflikts wieder fester. Am Morgen notierte Brent 3,2 Prozent im Plus bei 83,60 Dollar je Barrel, nachdem in der Vorwoche noch eine Abwärtstendenz geherrscht hatte. Die latent drohende Unterbrechung der Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus behindert den globalen Handel erheblich – allerdings weniger als im schlagzeilenträchtigen Tiefflug des Sommers. Akteure streben weiterhin eine diplomatische Lösung an, aber in Zeiten von geschwächten Länderkonjunkturen wird die Unsicherheit als Dauerzustand interpretiert.

Geopolitische Falken am Verhandlungstisch

US-Präsident Donald Trump hofft, dass der wirtschaftliche Druck Iran in die Knie zwingt: Seine Administration stellt keine weiteren militärischen Drohungen in Aussicht, sondern verhängt weiterhin wirtschaftliche Sanktionen und Blockaden gegen das Land. Die Seeblockade in den iranischen Häfen soll durch Unterbindung von Ölgeschäften die Zuflüsse an Bargeld unterdrücken. Die Rohstoffstrategen großer Investmenthäuser verbuchen jedoch skeptische Voten: Der real erhöhte Ölpreis wirkt wie innenpolitischer Aufwind für die kriegerischen Hardliner im Iran.

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