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Politik 20.08.2026, 14:36

Großbritannien: Rassismus und Sexismus „normalisiert" – Ministerin schlägt Alarm

Phillipson: Rassismus und Sexismus in Großbritannien normalisiert.

Wichtige Fakten

  • Phillipson: Rassismus und Sexismus in Großbritannien normalisiert.
  • Sie kritisiert Polizei: Gewalt gegen Frauen nicht ernst genug.
  • Nick Timothy und Robert Jenrick als Rassisten bezeichnet.
  • Soziale Medien als Treiber von gewalttätigem Frauenhass.
  • Regierung plant Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige.

Warnung vor gesellschaftlicher Normalisierung

Die britische Gleichstellungsministerin Bridget Phillipson hat in einem Interview mit dem Guardian vor einer zunehmenden Normalisierung von Rassismus und Sexismus in Großbritannien gewarnt. Sie zeigte sich besorgt, dass frauenfeindliche und rassistische Äußerungen gesellschaftsfähig würden, befeuert durch soziale Medien und politische Aussagen, die vor einigen Jahren noch inakzeptabel gewesen wären. Insbesondere junge Männer würden durch die sozialen Medien in gewalttätigen Frauenhass hineingezogen. Sie sprach von einem „Ground Zero" in den Einstellungen gegenüber Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Kritik an Politikern und Polizei

Phillipson warf Abgeordneten der Reform Party und der Konservativen vor, in den letzten Jahren rassistische Äußerungen gemacht zu haben. Sie nannte explizit den Schatten-Justizminister Nick Timothy, der muslimische Gebete auf dem Trafalgar Square als „Akt der Dominanz" bezeichnet hatte, sowie den Wirtschaftssprecher der Reform Party, Robert Jenrick, der sich abfällig über die ethnische Zusammensetzung eines Stadtteils in Birmingham geäußert hatte. Die Ministerin kritisierte auch die Polizei, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht ernst genug nehme. Die bisherigen Fortschritte seien unzureichend.

Reaktionen und politische Einordnung

Die Kommentare Phillipson fallen in eine Zeit, in der die Regierung unter Premierminister Andy Burnham ein strengeres Vorgehen gegen illegale Müllentsorgung angekündigt hat, wobei die National Crime Agency und der Proceeds of Crime Act eine Rolle spielen. Phillipson verteidigte zudem die Einwanderungspolitik der Innenministerin Shabana Mahmood und betonte die Notwendigkeit eines fairen Systems für das öffentliche Vertrauen. In ihrer zweiten Rolle als Parteivorsitzende der Labour Party sieht sie sich persönlichen Anfeindungen der konservativen Oppositionsführerin Kemi Badenoch ausgesetzt, die sie als „spiteful class warrior" bezeichnet hatte. Phillipson wies diese Kritik zurück und hob ihre Herkunft aus einer Arbeiterfamilie hervor.

Reformen im Bildungsbereich

Darüber hinaus deutete Phillipson an, dass die geplanten Reformen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf angepasst werden könnten, um Eltern mehr Schutz zu bieten. Nach einer Konsultationsphase seien Änderungen möglich, um den Bedenken von Eltern gerecht zu werden, die Angst haben, dass das neue System ihnen weniger Rechte einräumt. Sie verwies auf die Notwendigkeit, das Vertrauen in das System wiederherzustellen.

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