Hitzeschutz in deutschen Städten: Finanzielle Hürden und Handlungsbedarf
Wichtige Fakten
- • Laut UBA-Befragung haben nur 12% der Kommunen eine Klimaanpassungsstelle.
- • Entsiegelung und Begrünung kosten 60-160 Euro pro Quadratmeter.
- • Bundestagsprognosen: Klimaschäden könnten 280 Mrd. bis 900 Mrd. Euro erreichen.
- • Niedrigwasser bremst Wirtschaftlichkeit um bis zu 0,3% pro Monat.
Situation in den Kommunen
In Königswinter am Busbahnhof stoßen die Klimaanpassungsmaßnahmen an ihre Grenzen: Da der Platz komplett versiegelt ist, staut sich die Hitze und gefährdet insbesondere Kinder und ältere Menschen. Die Klimaanpassungs-Managerin Joana Pires Heise plant daher sowowohl Verschattung als auch Begrünung, um die Situation zu verbessern. Allerdings sind die Kosten dafür beträchtlich – ein einzelner Trinkwasserbrunnen kostet zwischen 8.000 und 15.000 Euro in Anschaffung und Planung, hinzu kommen jährliche Betriebskosten. In der Kleinstadt hat man deshalb einen Teil der Maßnahmen mit ehrenamtlicher Unterstützung umgesetzt, erste Pflastersteine um Bäume zu entfernen. Doch dies ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn die nachhaltige Umgestaltung benötigt weit höhere Investitionen als der kommunale Haushalt hergibt.
Personaldilemma und wirtschaftliche Dimension
Die aktuelle Befragung des Umweltbundesamtes macht die personelle Lücke deutlich: Vier von fünf Kommunen, die bereits aktiv werden, sehen vor allem fehlendes Personal als größtes Hindernis. Nur gerade zwölf Prozent der befragten Verwaltungen haben bislang eine dedizierte Stelle fürs Klimaanpassungsmanagement eingerichtet; bei den Großstädten sind es 57 Prozent, bei kleineren Gemeinden aber magere vier Prozent. Durch die Handlungsunfähigkeit entstehen indes enorme volkswirtschaftliche Schäden, die bereits heute durch Hitzewellen und Trockenheit verursacht werden. Nach Berechnungen eines Ökonomen führt ein Monat Niedrigwasser, das die Binnenschifffahrt behindert, zu einer Dämpfung des Bruttoinlandsprodukts von bis zu 0,3 Prozent. Hochrechnungen des Bundestags sprechen gar von Folgekosten in Höhe von hunderten Milliarden Euro, die bei ungezügelter Erderwärmung drohen – weitaus mehr als Zweckinvestitionen in Vorsorge kosten würden. Deutschland stehen daher Entscheidungen zwischen teuren Reparaturen und kostengünstigeren Präventivstrategien bevor.
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