Europa ringt mit Hitzewelle und Energiekrise
Wichtige Fakten
- • Rumänien ruft landesweiten Notstand aus, AKW Cernavodă vor Abschaltung. (19.08.2024)
- • Welthin in Deutschland, keine Daten, aber Ungarn drosselt AKW Paks auf 240 MW. (Beleg unklar)
- • Serbien: Djerdap 1 nur noch 20% Kapazität, Notfalltreffen. (Ta)
- • Hitzewelle erreicht Mittwoch/Donnerstag 40°C, Nähe Allzeitrekorde. (Guardian)
- • 14.000 Jahre altes Wollhaarmammut im Donau-Flussbett entdeckt. (AP)
Rekordhitze und Notstand in Südosteuropa
Infolge der anhaltenden Hitzewelle hat Rumänien für den gesamten August den landesweiten Notstand ausgerufen. Die Stromproduktion ist eingebrochen, nachdem das Atomkraftwerk Cernavodă wegen des niedrigen Donau-Wasserstands nur noch eingeschränkt betrieben werden kann. Die Sprengung eines Felsens im Fluss bei Izvoarele soll mehr Wasser zum Kraftwerk leiten, das ausschließlich mit Donauwasser gekühlt wird. Verteidigungsminister Radu Miruță bezeichnete die Aktion als Erfolg und betonte, dass jede weitere Betriebsstunde des AKW dreimal wirtschaftlicher sei als die Kosten der Sprengung.
AKW-Abschaltungen in Ungarn und Serbien
In Ungarn steht das AKW Paks, das fast die Hälfte des Landesstroms liefert, vor der kompletten Abschaltung. Ministerpräsident Péter Magyar sprach warnend von „den fünf schwersten Tagen“ und rief zu Energiesparen auf. Nach Angaben der Regierung wird das Kraftwerk spätestens Anfang nächster Woche vom Netz gehen müssen, da die Donau nicht genug Kühlwasser führt. Die Pharmafirma Richter will ihren Verbrauch in den kommenden drei Wochen um mehr als die Hälfte senken. Auch Serbien verzeichnet Rekord-Niedrigstände an der Donau und Einschränkungen der Energieversorgung. Die Regierung ordnete eine Notsitzung an, da die Kohlekraftwerke wegen Wassermangels ihre Kühlung nicht mehr aufrechterhalten können.
Wirtschaftliche Folgen und Historischer Fund
Die Trockenheit belastet die Schifffahrt auf dem Rhein und anderen Flüssen und gefährdet Transport und Produktion. Auf dem Balkan behindert der niedrige Wasserstand den Verkehr erheblich. Unterdessen entdeckten Anwohner in Ryahovo, Bulgarien, die Überreste eines Wollhaarmammuts im ausgetrockneten Flussbett, die von Experten als 14.000 Jahre alt geschätzt werden – ein seltenes historisches Zeugnis in Zeiten der Klimakrise.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.