Teilen:
Klima 07.08.2026, 09:13

Hitzewelle und Dürre: Deutschland fordert nationalen Kraftakt für Wasserversorgung

11.900 Hitzetote in Deutschland bis Ende Juli 2026.

Wichtige Fakten

  • 11.900 Hitzetote in Deutschland bis Ende Juli 2026.
  • Hälfte der Landkreise in Deutschland von Grundwasserstress betroffen.
  • Polen musste zwei Kohlekraftwerke wegen Niedrigwasser abschalten.
  • Zahlreiche Länder melden Temperaturrekorde, z.B. 42 Grad in der Slowakei.
  • Verbände fordern Hitzegipfel und verbindlichen Hitzeaktionsplan.

Nationaler Kraftakt gefordert

Angesichts anhaltender Hitze, Dürre und Niedrigwasser fordern Kommunen einen 'nationalen Kraftakt für die Wasserversorgung und die Klimaanpassung' in Deutschland. Laut dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) ist bereits die Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte von akutem oder strukturellem Grundwasserstress betroffen. Präsident Ralph Spiegler betont, Wasser müsse künftig als strategische Ressource begriffen werden, und fordert eine 'Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz und Klimaanpassung' mit gesicherter Finanzierung durch Bund und Länder.

Auswirkungen auf Gesundheit und Infrastruktur

Die extreme Hitze hat in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts bis zum 26. Juli etwa 11.900 Todesfälle verursacht, mehr als im bisherigen Rekordjahr 2018 (rund 9.000). Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen benötigen besseren Hitzeschutz. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe warnt vor lebensgefährlichen Folgen für Obdachlose, die ohne Schutz der Hitze ausgeliefert sind. Auch Wirtschaft und Energieversorgung leiden unter dem Niedrigwasser, wie in Polen, wo zwei Kohlekraftwerke wegen zu geringer Kühlwassermengen abgeschaltet werden mussten.

Internationale Auswirkungen und Forderungen

Europaweit werden Temperaturrekorde gebrochen, so meldete die Slowakei zwölf Grad, Österreich 41,2 Grad. Die Trockenheit führte zu zahlreichen Waldbränden, unter anderem in Spanien und Frankreich. Ein Bündnis aus Umweltverbänden, Sozialverbänden und der Partei Die Grünen fordert die Bundesregierung zu einem Hitzegipfel auf und kritisiert die ihrer Ansicht nach unzureichenden Maßnahmen zur Klimaanpassung wie auch einen unzureichenden Klimaschutz. Klimaaktivisten demonstrieren gegen die Fortführung fossiler Energienutzung.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.