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Wirtschaft 29.05.2026, 10:55 Aktualisiert: 29.05.2026, 18:03

Höchste Priorität: Britische Spitzenköche fordern Mehrwertsteuersenkung für Gastronomie

Vier Top-Köche fordern Mehrwertsteuersenkung auf 10%.

Wichtige Fakten

  • Vier Top-Köche fordern Mehrwertsteuersenkung auf 10%.
  • 20% Mehrwertsteuer: UK hat zweithöchsten Satz in Europa.
  • Seit 2026 schließen täglich drei Gastronomiebetriebe.
  • Branche beschäftigt 28% aller 18- bis 20-Jährigen.

Alarmruf aus der Spitzengastronomie

Vier prominente britische Köche – Tom Kerridge, Yotam Ottolenghi, Ravneet Gill und Simon Rogan – haben die Regierung in einem Appell an die BBC Newsnight aufgefordert, die Mehrwertsteuer für Restaurants und Pubs von 20% auf 10% zu senken. Die Branche erlebe die schwierigste Phase ihrer Geschichte, betonten sie. Simon Rogan, Inhaber mehrerer Michelin-Sterne-Restaurants, erklärte: „Wir machen überhaupt keinen Gewinn und halten uns nur knapp über Wasser.“ Kerridge kritisierte die Steuerpolitik der Regierung als „grundfalsch“.

Branche unter Druck: Pandemie, Energiekrise und Kostenexplosion

Die Forderung folgt auf eine Reihe schwerer Jahre für die Gastronomie. Die COVID-19-Pandemie brachte den Geschäftsbetrieb zum Erliegen, dann trieb der Ukraine-Krieg die Energiepreise in die Höhe, was die Kosten massiv steigerte. Gleichzeitig schränkten Verbraucher aufgrund der Lebenshaltungskostenkrise ihre Ausgaben fürs Essen gehen ein. Laut dem Branchenverband UK Hospitality schließen seit Anfang 2026 täglich drei Gastronomiebetriebe. Die 20%ige Mehrwertsteuer ist die zweithöchste in Europa (nach Dänemark); Deutschland erhebt 7%, Frankreich und Italien 10%.

Auswirkungen auf junge Menschen

Die Gastronomie ist ein wichtiger Arbeitgeber für Jugendliche: 28% aller 18- bis 20-Jährigen sind hier beschäftigt, doch diese Stellen verschwinden. Ein Bericht des früheren Labour-Ministers Alan Milburn warnte vor einer „verlorenen Generation“; offiziell sind über eine Million junger Menschen nicht in Ausbildung, Arbeit oder Training – der höchste Stand seit zwölf Jahren. Die Branchenvertreter argumentieren, eine niedrigere Mehrwertsteuer (10%) würde nicht nur das Überleben der Betriebe sichern, sondern auch Ausbildung und Arbeitsplätze fördern.

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