Hormus-Blockade bringt Russland Milliardengewinne und bedroht Weltwirtschaft
Wichtige Fakten
- • Russland erzielt monatlich über 10 Mrd. Euro Zusatzeinnahmen durch höhere Rohstoffpreise.
- • Der Ölpreis stieg auf über 111 Dollar je Barrel, fast 40 Dollar mehr als vor dem Krieg.
- • Bei 100 Dollar je Barrel sind jährlich 50 Mrd. Dollar Mehreinnahmen aus Öl und Gas möglich.
- • Deutschlands Ölimportrechnung könnte bei 100 Dollar je Barrel auf über 60 Mrd. Euro steigen.
- • Russland finanziert mit den Einnahmen auch seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Russland profitiert massiv von der Hormus-Blockade
Die faktische Sperrung der Straße von Hormus treibt die Preise für Öl, Gas und Dünger in die Höhe, was Russland laut der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer monatliche Zusatzeinnahmen von über zehn Milliarden Euro beschert. Der Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp bezeichnet Russland als "großen Gewinner des neuen Krieges im Nahen Osten", da das Land seine Exporte über alternative Routen abwickelt und von den gestiegenen Weltmarktpreisen profitiert.
Auswirkungen auf den russischen Staatshaushalt
Besonders der Ölpreisanstieg wirkt sich stark aus: Der Preis für Nordsee-Brent-Rohöl stieg auf über 111 Dollar je Barrel, fast 40 Dollar mehr als vor Kriegsbeginn. Da der russische Staatshaushalt stark von Öl- und Gaseinnahmen abhängt, könnte Russland bei einem Ölpreis von rund 100 Dollar je Barrel jährliche Mehreinnahmen von etwa 50 Milliarden Dollar erzielen, was deutlich über den im Haushalt geplanten Werten liegt. In Moskau gibt es sogar Hoffnungen auf einen Ölpreis von 200 Dollar je Barrel, was zu Einnahmen von 350,4 Milliarden Dollar führen würde.
Folgen für Deutschland und die Weltwirtschaft
Für Deutschland hätte der Preisanstieg spürbare Folgen: Die deutsche Ölimportrechnung könnte bei einem Preis von 100 Dollar je Barrel auf über 60 Milliarden Euro steigen, und höhere Gaskosten drohen der Industrie einen Kostenschock, der die wirtschaftliche Erholung im Jahr 2026 gefährden könnte. Auch in der Landwirtschaft sind Mehrkosten von 36 bis 145 Euro pro Hektar Ackerland und Jahr durch teureren Dünger zu erwarten. Trotz Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs treibt das Land weiterhin normalen Handel mit vielen Ländern.
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