HPV-Impfung rettet Leben: Auch in Deutschland Potenzial ungenutzt
Wichtige Fakten
- • HPV-Impfung senkt Krebssterblichkeit drastisch, so eine englische Studie.
- • In England kein HPV-bedingter Todesfall bei 20- bis 24-Jährigen seit 2020.
- • In Deutschland sind nur 55% der 15-jährigen Mädchen vollständig geimpft.
- • RKI empfiehlt Impfung im Alter von 9 bis 14 Jahren für optimalen Schutz.
- • HPV verursacht jährlich 8.000 Krebserkrankungen und 2.000 Todesfälle in Deutschland.
Eine neue Studie zeigt den beeindruckenden Erfolg der HPV-Impfung in England: Seit ihrer Einführung im Jahr 2008 ist das Risiko junger Frauen, an Gebärmutterhalskrebs zu sterben, drastisch gesunken. Besonders bemerkenswert: Bei 20- bis 24-Jährigen wurde zwischen 2020 und 2024 kein einziger HPV-bedingter Todesfall registriert. In Deutschland sieht die Situation anders aus: Obwohl Humane Papillomviren jährlich zu rund 2.000 Todesfällen (1.600 Frauen, 400 Männer) führen, sind nur 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 36 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig geimpft – eine Herdenimmunität ist damit nicht erreicht.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung im Alter von 9 bis 14 Jahren, idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt. Experten des RKI und des Deutschen Krebsforschungszentrums betonen: Eine frühzeitige Impfung ist entscheidend, um schwere Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, Anal- oder Peniskarzinome zu verhindern. Um die Impfquoten zu erhöhen, schlagen sie staatliche Einladungssysteme oder Schulimpfungen vor – wie in England oder Skandinavien, wo sie bereits erfolgreich umgesetzt werden.
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