Politische Debatte um Hitzeschutz nach Rekordtemperaturen
Wichtige Fakten
- • Temp. in Brandenburg: 41,7 Grad, laut Studie ohne Klimawandel fast unmöglich.
- • Grüne fordern Sofortprogramm für Klimaanlagen in Pflegeheimen und Schulen.
- • DIVI: 21-30 Mrd. Euro nötig, um Krankenhäuser hitzeresistent zu machen.
- • Krankenhäuser und Pflegeheime berichten von extremer Hitzebelastung.
- • EU-Kommissarin Ribera warnt vor dem Einfluss der fossilen Industrie auf Klimaleugner.
Abkühlung nach Rekordhitze – aber die politische Debatte beginnt erst
Nach einem glühend heißen Wochenende mit einem deutschen Temperaturrekord von 41,7 Grad im Osten Brandenburgs kehrt nun Abkühlung ein, begleitet von Gewittern und Starkregen. Eine Studie der World Weather Attribution belegt, dass eine solche Hitzewelle vor 50 Jahren fast unmöglich gewesen wäre – der Klimawandel macht sie wahrscheinlicher, und Europa erwärmt sich besonders schnell. Die Infrastruktur zeigt deutliche Schwächen: Autobahnbeläge platzen auf, Schienen werden durch geschmolzene Fugenmasse blockiert. Die Deutsche Bahn rief dazu auf, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.
Gesundheitskrise: Hitzetote und Überlastung der Kliniken
Die Hitze fordert weiter Todesopfer: Bis zu 1.300 zusätzliche Todesfälle allein in dieser Hitzewelle wurden von der WHO gemeldet. In Krankenhäusern und Pflegeheimen steigt die Belastung enorm, die Dresdener Feuerwehr verzeichnet Rekordeinsätze. Die Länder sind für Investitionen in den Hitzeschutz zuständig, stellen aber laut DIVI die nötigen 21 bis 30 Milliarden Euro nicht bereit. Zugleich fordert die Caritas ein Förderprogramm, um Pflegeheime umzurüsten. Gesundheits- und Umweltminister sind aufgefordert, Geld zur Verfügung zu stellen. Umweltminister Schneider verwies auf das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für Infrastruktur.
Hitzeschutz in der Diskussion – zwischen Geldmangel und Sofortprogramm
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert ein Sofortprogramm mit Klimaanlagen in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Schulen, idealerweise kombiniert mit Solaranlagen. Der Städtetag, vertreten durch CDU-Politiker Uwe Conradt, beklagt dagegen Geldmangel: „Historisch hohe Haushaltsdefizite“ verhinderten Investitionen in Hitzeschutzmaßnahmen wie Sonnensegel, Trinkbrunnen und Begrünung. EU-Kommissarin Teresa Ribera warnt unterdessen vor Falschinformationen und ideologisch motivierten Angriffen auf die Klimapolitik.
Extreme Hitze und Unwetter in Mittel-, Ost- und Südeuropa
Das extreme Wetter setzt sich in Mittel- und Osteuropa fort: Polen, Tschechien, Ungarn und der Balkan melden Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. In der Ukraine leidet das Energienetz unter enormer Belastung, Schulen und touristische Sehenswürdigkeiten mussten schließen, AKW vom Netz gehen. Italien erlebt zeitgleich schwere Unwetter und Überschwemmungen.
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