Hunger als Kriegswaffe: Mehr als 20.000 Angriffe auf Nahrungsmittelversorgung seit 2018
Wichtige Fakten
- • Seit 2018 über 20.000 gezielte Angriffe auf Nahrungsmittelressourcen.
- • Palästina, Jemen und Sudan haben die meisten Vorfälle.
- • Zehntausende Zivilisten getötet oder verletzt beim Zugang zu Nahrung.
Hintergrund
Seit der einstimmigen Verabschiedung der UN-Resolution 2417 im Jahr 2018, die das gezielte Aushungern von Zivilisten verurteilt, haben Forscher mehr als 20.000 Vorfälle von „nahrungsbezogener Gewalt“ registriert. Eine Analyse von Insecurity Insight zeigt 21.403 Vorfälle in 15 Ländern, darunter 1.261 Angriffe auf Märkte und 863 Übergriffe auf Lebensmittelverteilungssysteme, bei denen Helfer getötet wurden.
Schwerpunkte
Am stärksten betroffen sind Palästina (9.013 Vorfälle), Jemen (1.863) und Sudan. Auch Syrien, Mali und Libanon weisen hohe Zahlen auf. In Westkordofan traf eine Drohne einen vollen Markt, 28 Menschen starben. Weitere 1.909 militärische Schläge auf Farmland und 563 auf Wasserinfrastruktur beeinträchtigen die Nahrungssicherheit in über 42 Ländern.
Auswirkungen
Seit Oktober 2023 wurden über 10.300 Menschen getötet oder verletzt, während sie versuchten, an Hilfsgüter zu gelangen. Frauen sind überproportional betroffen: Sie müssen längere Wege auf sich nehmen, um Nahrung zu beschaffen, und essen oft selbst weniger. Hunger bleibt der Haupttreiber von Konflikten und betrifft über die Hälfte aller akut Hungernden.
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