Hungerkrise in Afghanistan außer Kontrolle: WFP warnt vor dramatischer Unterernährung bei Kindern
Wichtige Fakten
- • WFP kann nur eines von neun unterernährten Kindern helfen.
- • 47% der Minderjährigen in Afghanistan sind unterernährt.
- • Akute Unterernährung in einem Drittel der Provinzen kritisch.
- • WFP hat nur ein Zehntel der benötigten 900 Millionen Dollar erhalten.
Alarmierende Zahlen: Immer weniger Kinder erreichen Gesundheitszentren rechtzeitig
Die Hungerkrise in Afghanistan verschärft sich dramatisch. Der Landesvertreter des Welternährungsprogramms (WFP), John Aylieff, berichtet, dass die Einlieferungen unterernährter Kinder in Gesundheitszentren rasant ansteigen. Viele Kinder kämen jedoch zu spät, um gerettet zu werden. Die Ernährungskrise gerate 'außer Kontrolle', warnt er.
Mangelernährung erreicht kritisches Niveau
Im ersten Quartal dieses Jahres waren 47 Prozent der Minderjährigen unterernährt. Besonders besorgniserregend ist die Auszehrung (starke Abmagerung), die in einem Drittel der Provinzen ein kritisches Ausmaß erreicht hat. Vor allem Kinder unter zwei Jahren sind betroffen. Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen: Extremhunger fördere Migration, Radikalisierung und führe letztendlich zu regionaler Instabilität, so Aylieff.
Hilfsgelder drastisch gekürzt, Zwangsrückführungen verschärfen Lage
Neben den gekürzten Entwicklungshilfegeldern tragen Konflikte, Handelsprobleme und die Zwangsrückführungen von rund sechs Millionen Afghanen aus Nachbarländern wie Iran und Pakistan zur Krise bei. Das WFP hat bislang nur gut ein Zehntel der benötigten 900 Millionen US-Dollar für Afghanistan erhalten. Eine anstehende gute Ernte könne kaum Erleichterung bringen, da die Zahl der zu ernährenden Menschen deutlich gestiegen ist.
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