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Wissen 03.09.2026, 19:40 Aktualisiert: 03.09.2026, 23:01

Ig-Nobelpreise: Erste Vergabe außerhalb der USA in Zürich

Erstmals findet die Zeremonie nicht an der Uni Harvard statt.

Wichtige Fakten

  • Erstmals findet die Zeremonie nicht an der Uni Harvard statt.
  • Grund: Reisen für US-Wissenschaftler als zu unsicher angesehen.
  • Ilona Croy erhält Preis für Studie über Eltern-Kind-Geruch.
  • Franz Bender für Unterhosen-Experiment zur Bodenqualität geehrt.
  • Zeremonie mit Papierfliegern und Musik in Zürich geplant.

Erstmals in Zürich: Ig-Nobelpreise gehen auf internationale Reise

Die diesjährigen Ig-Nobelpreise, die satirische Auszeichnung für skurrile aber ernsthafte Forschung, wird zum ersten Mal in ihrer 36-jährigen Geschichte nicht an der Harvard University, sondern im Kongresshaus Zürich verliehen. Die Universität Zürich und die ETH treten als gemeinsame Gastgeber auf. Grund für den Umzug ist laut Gründers Marc Abrahams die zunehmende Unsicherheit für Forschende bei Reisen in die USA. Zukünftig soll die Zeremonie im Wechsel an verschiedenen internationalen Orten stattfinden, etwa alle zwei Jahre in Zürich.

Ausgezeichnet: Babys, Teenager und Baumwoll-Unterhosen

Ein Preis in der Kategorie 'olfaktorische Wahrnehmung' geht an Ilona Croy von der Universität Jena. Sie zeigte in einer Studie, dass Eltern mit dem Alter ihrer Kinder den Gefallen an deren Körpergeruch verlieren. Babys riechen demnach gut, Teenager weniger. Ein weiterer Preis geht an Franz Bender und sein Team der Universität Zürich. In ihrem Bürgerforschungsprojekt vergruben 1.000 Freiwillige Baumwollunterhosen, um daraus die Bodenqualität abzulesen. Je stärker die Unterhosen verrottet, desto besser der Boden. Das Projekt inspirierte sogar ein Forstamt in Rheinland-Pfalz zu Nachahmung.

Eine Feier, die (fast) nichts mit traditionellen Preisverleihungen zu tun hat

Die Zeremonie folgt eigenen Riten: Das Publikum wirft Papierflieger auf die Bühne, als Bananen verkleidete Personen unterbrechen Reden nach einer Minute, und eine Sopranistin singt Oden auf Pilze und den Dunning-Kruger-Effekt. Die Trophäe ist ein Fuß (Referenz an den Satz 'Ein Fuß aus dem Pilze wachsen'), kaum stabil, und die Gewinner erhalten eine wertlose 10-Billionen-Dollar-Banknote aus Simbabwe, umgerechnet weniger als fünf Cent. Übergeben werden die Preise traditionell von echten Nobelpreisträgern, laut Nature ein Höhepunkt im Wissenschaftskalender.

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