Indiens 'Kakerlaken'-Bewegung wächst: Druck auf Regierung Modi steigt
Wichtige Fakten
- • Kakerlaken-Bewegung fordert Rücktritt von Bildungsminister Pradhan nach Prüfungsskandalen.
- • Am 20. Juli setzte Polizei Schlagstöcke und Tränengas gegen Demonstranten ein.
- • Oppositionsführer Rahul Gandhi wurde bei Protest kurzzeitig festgenommen.
- • Oberster Richter löste mit Kakerlaken-Vergleich Empörung aus.
Hintergrund der Proteste
Was als Internet-Meme begann, ist in Indien zu einer Massenbewegung geworden: Die 'Kakerlaken'-Proteste richten sich gegen den Bildungsminister Dharmendra Pradhan, der nach mehreren Prüfungsskandalen zurücktreten soll. Unter anderem mussten über zwei Millionen Medizinstudierende eine Aufnahmeprüfung wiederholen, weil Aufgaben durchgesickert waren. Die Bewegung, die sich 'Cockroach Janta Party' (CJP) nennt, hat Tausende junger Menschen mobilisiert.
Polizeieinsatz und politische Reaktionen
Am 20. Juli eskalierte eine Kundgebung in Neu-Delhi, als die Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas gegen Demonstranten vorging, die zum Parlament marschieren wollten. Dabei wurden Dutzende verletzt. Die Opposition unter Rahul Gandhi unterstützt die Proteste; Gandhi wurde bei einer Sitzblockade vor Modis Residenz kurzzeitig festgenommen. Das Parlament setzte seine Sitzung aus, um über das Vorgehen der Regierung zu debattieren.
Ausblick und Forderungen
Die CJP-Sprecher kündigten an, den Protest langfristig fortzusetzen, und fordern nicht nur Pradhans Rücktritt, sondern auch einen gesellschaftlichen Wandel in Indien. Premierminister Modi hat zwar schärfere Sicherheitsmaßnahmen bei Prüfungen angekündigt, sich aber nicht direkt zu den Protesten geäußert. Die Bewegung genießt zunehmend Rückhalt aus der Bevölkerung – sogar Essenslieferungen aus dem Ausland treffen ein.
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