Iran: Drastischer Anstieg der Hinrichtungen laut Amnesty International
Wichtige Fakten
- • Amnesty zählt 2.159 Hinrichtungen im Iran 2025 – doppelt so viele wie 2024.
- • Iran ist nach China das Land mit den zweitmeisten Hinrichtungen weltweit.
- • Ehsan Afrashteh wurde wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet.
- • Menschenrechtsorganisationen sprechen von erzwungenen Geständnissen unter Folter.
- • Nach Protesten mit Zehntausenden Toten steigt die Repression wieder rasant.
Hermann Schulz Iran: Deutlicher Anstieg der Hinrichtungen im Jahr 2025
Laut Amnesty International ist die Zahl der weltweit registrierten Hinrichtungen im Jahr 2025 massiv gestiegen – insbesondere im Iran. Die Organisation dokumentierte für das Land 2.159 Hinrichtungen, doppelt so viele wie 2024. Damit liegt Iran nach China auf Platz zwei der Länder mit den meisten Vollstreckungen. Amnesty wirft den iranischen Behörden vor, die Todesstrafe gezielt einzusetzen, um Angst in der Bevölkerung zu schüren.
Fall Ehsan Afrashteh – Hinrichtung unter umstrittenen Umständen
Erst am vergangenen Mittwoch wurde der 32-jährige Cybersicherheitsexperte Ehsan Afrashteh im Gefängnis Ghezel Hesar in Karaj hingerichtet. Die Justiz wirft ihm Spionage für Israel vor und veröffentlichte ein Video seines angeblichen Geständnisses. Menschenrechtsorganisationen bezweifeln die Rechtmäßigkeit des Verfahrens und gehen davon aus, dass das Geständnis unter Folter erzwungen wurde. Afrashteh hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Verschärfte Repression und psychische Folgen für die Bevölkerung
Seit dem Ende der vorübergehenden Zurückhaltung nach den Protesten im Januar 2025 – bei denen laut Aktivisten Zehntausende Menschen starben – hat die Hinrichtungswelle wieder Fahrt aufgenommen. Unter Druck der USA waren zeitweise keine Todesurteile vollstreckt worden. Die systematische Anwendung der Todesstrafe sei Teil eines härteren Vorgehens, das die Bevölkerung nach dem bewaffneten Konflikt mit USA und Israel drangsaliere.
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