Iran: Höchste Zahl an Hinrichtungen seit 35 Jahren
Wichtige Fakten
- • Mindestens 1.639 Hinrichtungen im Iran im Jahr 2025 gemeldet.
- • Anstieg um 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- • 795 Hinrichtungen wegen Drogendelikten allein 2025.
- • Überproportional betroffen sind ethnische Minderheiten und marginalisierte Gruppen.
- • Internet-Blockade erschwert Berichterstattung über die Vorgänge.
Höchste Hinrichtungszahl seit Jahrzehnten
Laut den Menschenrechtsorganisationen Iran Human Rights (IHRNGO) und Together Against the Death Penalty (ECPM) wurden im Iran im Jahr 2025 mindestens 1.639 Menschen hingerichtet – so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr. Dies stellt einen Anstieg um 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar, wobei die Organisationen von einem "absoluten Minimum" ausgehen, da viele Hinrichtungen nicht offiziell gemeldet werden.
Todesstrafe als politisches Unterdrückungsinstrument
Die Menschenrechtler kritisieren, dass die Todesstrafe gezielt eingesetzt wird, um Ängste zu schüren und Proteste zu unterbinden. Besonders seit den "Frau, Leben, Freiheit"-Protesten 2022 setzen die Behörden vermehrt auf Hinrichtungen als Repressionsmittel. Allein 2025 wurden 795 Menschen wegen Drogendelikten hingerichtet, oft nach unfairen Verfahren vor Revolutionsgerichten.
Forderungen nach Menschenrechtsfokus
Die Organisationen fordern, dass Menschenrechte im Zentrum internationaler Verhandlungen mit dem Iran stehen müssen. Sie appellieren an alle Oppositionsbewegungen, die Abschaffung der Todesstrafe umzusetzen, sollten sie an die Macht kommen, und betonen, dass Menschenrechte nicht für wirtschaftliche Interessen geopfert werden dürfen.
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