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International 19.03.2026, 16:27 Aktualisiert: 19.03.2026, 23:06

Iranische Blockade der Straße von Hormus treibt Ölpreise und zwingt zu alternativen Exportwegen

Iran blockiert seit Ende Februar die Straße von Hormus, eine Hauptroute für Öl- und Gasexporte.

Wichtige Fakten

  • Iran blockiert seit Ende Februar die Straße von Hormus, eine Hauptroute für Öl- und Gasexporte.
  • Saudi-Arabien exportiert nun vermehrt über Yanbu am Roten Meer, aber Kapazitäten sind begrenzt.
  • Italien ist mit jährlich 8,5 Mrd. Euro Importen der am stärksten betroffene EU-Staat.
  • Deutschland und Frankreich sind breiter diversifiziert und weniger exponiert.
  • Der Irak nutzt Pipelines in die Türkei, um Exporte zu diversifizieren.

Blockade und ihre Folgen

Seit Ende Februar blockiert Iran militärisch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Öl- und Gashandel. Dies hat den Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen gebracht und treibt die Öl- und Gaspreise in die Höhe. Iranische Angriffe auf Energieinfrastruktur, wie jüngst auf eine Raffinerie in Yanbu, Saudi-Arabien, unterstreichen die strategische Absicht, die weltweite Energieversorgung zu stören.

Alternative Exportwege

Saudi-Arabien, der größte Ölexporteur, leitet nun mehr Öl über Pipelines zum Roten Meerhafen Yanbu, von wo es nach Asien verschifft wird. Allerdings sind die Kapazitäten begrenzt: Yanbu lädt täglich etwa 4 Millionen Barrel, während Saudi-Arabien sonst 6 Millionen Barrel über den Persischen Golf exportierte. Der Irak pumpt Öl über eine Pipeline in die Türkei und plant, die Menge auf etwa 1,2 Millionen Barrel pro Tag zu steigern, um Verluste aus dem Süden teilweise zu kompensieren.

Europäische Betroffenheit

Die Auswirkungen in Europa sind ungleich verteilt: Italien ist mit jährlichen Importen im Wert von 8,5 Milliarden Euro am stärksten betroffen, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 11,19 Milliarden Euro. Deutschland und Frankreich sind aufgrund breiterer Diversifizierung weniger exponiert. Eine internationale Koalition aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und anderen hat Iran aufgefordert, die Blockade zu beenden, und signalisiert Bereitschaft zum Schutz der Schifffahrt.

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