Italien öffnet Strände: Mehr Gratiszugang für alle
Wichtige Fakten
- • In Ostia werden private Strandbäder abgerissen.
- • Öffentlicher Strand soll von 1,2 auf 6,5 km wachsen.
- • EU-Richtlinie verlangt Neuausschreibung von Konzessionen ab 2027.
- • In Ligurien und Apulien gibt es zudem Pläne.
- • Durchschnittliche Konzession kostet nur 8.200 Euro pro Jahr.
Maßnahmen gegen private Strandbäder
Die italienischen Behörden gehen verstärkt gegen illegale und überteuerte Strandbäder vor. In Ostia, dem Stadtstrand Roms, wurden bereits zwei privat betriebene Bäder geschlossen und abgerissen. An ihrer Stelle soll ein kostenloser öffentlicher Strand entstehen. Insgesamt sollen von 11,3 Kilometern Küste in Ostia künftig 6,5 Kilometer frei zugänglich sein, während die Zahl der privaten Bäder von 70 auf 35 halbiert wird.
Rechtliche und wirtschaftliche Hintergründe
Die Küste in Italien gehört eigentlich dem Staat, doch mehr als die Hälfte ist privat verpachtet. Die Durchschnittsmiete für zwei Liegen und einen Schirm kostet etwa 40 Euro pro Tag, in der Toskana sogar deutlich mehr. Dabei zahlen die Betreiber oft nur geringe Konzessionsgebühren, während die Einnahmen hoch sind. Diese Diskrepanz führt nun zu Protesten und strengeren Kontrollen, auch in Ligurien und Apulien.
EU-Richtlinie treibt Reform voran
Der Schritt steht auch im Zusammenhang mit einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006, die eine regelmäßige Neuausschreibung staatlicher Konzessionen vorsieht. Italien hat die Umsetzung bisher verschoben, doch ab 2027 soll die Reform beginnen. Die Behörden reagieren damit auf den Druck der EU sowie auf den Unmut der Bevölkerung über eingeschränkte Strandzugänge.
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