Karneval als Bühne gegen Rechtsextremismus: Narren setzen politische Zeichen
Wichtige Fakten
- • In Mainz fand die Kundgebung 'Narren gegen Nazis' mit über 4.500 Unterschriften gegen Rechtsextremismus statt.
- • Der Mainzer Carneval-Verein positionierte sich vor zwei Jahren gegen Rechtsextremismus in einem offenen Brief.
- • Kabarettist Lars Reichow erhält online Hasskampagnen der AfD für seine kritischen Auftritte.
- • Die Fastnacht in Mainz hat eine lange politische Tradition als Protestform seit dem 18. Jahrhundert.
- • Historikerin Maylin Amann weist auf NS-Propaganda in früheren Rosenmontagsumzügen hin.
Politische Kundgebungen im Karneval
In Mainz, Köln und Düsseldorf nutzen Fastnachter den Karneval für politische Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und Hass. Das Bündnis 'Mainz4Democracy' organisierte die Veranstaltung 'Narren gegen Nazis', bei der über 4.500 Menschen eine Petition unterzeichneten, die Rechtsextreme und Rassisten aus der Fastnacht ausschließen will. Die Genossenschaft Mainzer Fastnacht unterstützt dieses Anliegen und hatte sich bereits vor zwei Jahren in einem offenen Brief gegen Rechtsextremismus positioniert.
Tradition und Herausforderungen
Die Fastnacht in Mainz hat eine lange politische Tradition, die auf Protest gegen Besatzer im 18. Jahrhundert zurückgeht und bis heute Freiheit und Demokratie propagiert. Kabarettist Lars Reichow, der in seinen Auftritten regelmäßig die AfD kritisiert, erhält dafür Applaus, aber auch online Hasskampagnen und Gewaltdrohungen. Historikerin Maylin Amann weist darauf hin, dass die Fastnacht nicht immer ihrem demokratischen Anspruch gerecht wurde, etwa durch NS-Propaganda in früheren Umzügen.
Engagement für eine offene Gesellschaft
Fastnachter wie Markus Perabo betonen, dass in Vereinen und Veranstaltungen kein Platz für Extremisten ist, unabhängig von deren politischer Ausrichtung. Die Kundgebungen und Petitionen zielen darauf ab, vor der rheinland-pfälzischen Landtagswahl im März ein starkes Zeichen für eine offene Gesellschaft zu setzen und die demokratischen Werte der Fastnacht zu verteidigen.
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