Katholikentag in Würzburg: Kirche sucht politische Stimme in der Krise
Wichtige Fakten
- • 2025 traten oder starben etwa 1,2 Millionen Menschen aus Kirchen aus.
- • Erstmals gibt es eine Demokratiekirche in Kooperation mit der Zivilgesellschaft.
- • Bundespräsident Steinmeier und Kanzler Merz sind als Gäste angekündigt.
- • Der Vatikan erkannte die Satzung der Synodalkonferenz nicht an.
- • Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare sorgen für Spannungen mit Rom.
Kirche im Schrumpfmodus sucht Öffnung
Beim 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg unter dem Motto „Hab Mut, steh auf“ trifft eine Kirche im Schrumpfmodus auf eine Gesellschaft in Dauerkrise. Gastgeber Bischof Franz Jung betont, dass die Kirche angesichts sinkender Mitgliederzahlen zwar weniger starke Akzente setzen könne, aber dennoch „in der Gesellschaft als Kirche Gesicht zeigen“ müsse. Das Projekt „Sozialraumorientierung“ in seinem Bistum soll helfen, sich nicht in Kernaufgaben zu verkriechen, sondern in den Kontakt mit den Menschen und ihren Nöten zu kommen.
Demokratiekirche und prominente Politikgäste
Erstmals gibt es eine Demokratiekirche in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Unterfranken. Mit Workshops soll gezeigt werden, wie Kirche zur Stärkung der Demokratie beitragen kann. Prominente Gäste aus der Politik wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz sorgen für Aufmerksamkeit; auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Entertainer Harald Schmidt sind angekündigt.
Reformstau und Spannungen mit Rom
Der Reformkurs der deutschen Kirche gerät zunehmend in Konflikt mit dem Vatikan. Ein Streitpunkt sind formalisierte Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare, die Papst Leo XIV. ablehnt. Zudem erkannte der Vatikan die Satzung für die neu geplante Synodalkonferenz nicht an, sodass das erste Treffen im November abgesagt werden muss. Vizepräsident Christian Gärtner appelliert dennoch: „Habt Mut, steht auf.“
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