Premier Starmer übersteht Führungskrise trotz anhaltendem Epstein-Druck
Wichtige Fakten
- • Premier Keir Starmer überstand eine akute Führungskrise nach Rücktrittsforderungen von Scottish-Labour-Chef Anas Sarwar.
- • Die Krise wurde durch die Epstein-Affäre um Ex-Botschafter Peter Mandelson ausgelöst, dessen Ernennung Starmer jetzt kritisiert wird.
- • Kabinett und potenzielle Nachfolger wie Angela Rayner und Wes Streeting signalisierten öffentlich ihre Unterstützung für Starmer.
- • Entscheidend für Starmers Zukunft werden die Regionalwahlen im Mai und eine Nachwahl Ende Februar sein.
- • Starmer betonte in einer Rede, er werde "niemals vor dem Land, das ich liebe, weglaufen".
Eine politische Achterbahnfahrt für den britischen Premier
Der britische Premierminister Keir Starmer hat eine politische Nahtoderfahrung überstanden, nachdem der schottische Labour-Chef Anas Sarwar am Montag öffentlich seinen Rücktritt forderte. Sarwar kritisierte in einer Pressekonferenz in Edinburgh "zu viele Fehler" in der Regierung und forderte einen Führungswechsel. Diese Intervention brachte die Labour-Partei an den Rand eines Sturzes, zumal sie mit dem Rücktritt von Stabschef Morgan McSweeney und Kommunikationschef Tim Allan bereits personelle Verluste hinnehmen musste.
Solidarität aus dem Kabinett und der Fraktion
Doch am Montagnachmittag formierte sich eine breite Rückendeckung für Starmer: Justizminister David Lammy, stellvertretende Vorsitzende Lucy Powell und potenzielle Nachfolger wie Angela Rayner und Gesundheitsminister Wes Streeting signalisierten öffentlich ihre Unterstützung. Diese Solidaritätsbekundungen waren das Ergebnis einer intensiven Gegenaktion von Starmers Team. Am Abend traf Starmer die Fraktion im Unterhaus und erhielt laut Berichten Standing Ovations, nachdem er betonte, er werde "niemals vor dem Land, das ich liebe, weglaufen".
Die Epstein-Affäre als Auslöser tieferer Unzufriedenheit
Die Krise wurde durch die Epstein-Affäre um den Ex-Botschafter Peter Mandelson ausgelöst, dessen enge Beziehungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein jetzt detailliert bekannt sind. Politologe Marius Guderjan kritisiert, Starmer hätte Mandelson angesichts dieser Verbindungen gar nicht erst ernennen sollen. Doch die Unzufriedenheit mit Starmer geht tiefer: Viele Wähler kritisieren, dass er nach seinem Wahlsieg zu wenig geliefert habe, und die Umfragewerte sind im Keller.
Herausforderungen und unsichere Zukunft
Die Partei steht vor einem Dilemma: Es gibt keine offensichtliche Alternative zu Starmer, da potenzielle Nachfolger wie Andy Burnham (kein Parlamentssitz) oder Angela Rayner (Steuerskandal) formale Hürden haben. Entscheidend werden die Regionalwahlen im Mai und eine Nachwahl Ende Februar sein. Sollte Labour schlecht abschneiden, könnte die Unterstützung für Starmer schnell schwinden. Energieminister Ed Miliband warnte, die Partei habe "in den Abgrund geblickt", betonte aber die Notwendigkeit, Starmer zu unterstützen, um Chaos zu vermeiden. Die Regierung hat zudem angekündigt, Dokumente zur Mandelson-Ernennung zu veröffentlichen, was weitere Enthüllungen bringen könnte.
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