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Politik 09.02.2026, 03:22 Aktualisiert: 09.02.2026, 20:20

Epstein-Skandal vertieft Regierungskrise in Großbritannien - weitere Rücktritte und Ermittlungen

Stabschef Morgan McSweeney trat zurück und übernahm volle Verantwortung für die 'falsche' Ernennung von Peter Mandelson.

Wichtige Fakten

  • Stabschef Morgan McSweeney trat zurück und übernahm volle Verantwortung für die 'falsche' Ernennung von Peter Mandelson.
  • Die britische Polizei ermittelt gegen Ex-Minister Mandelson wegen Amtsmissbrauchs und gegen Ex-Prinz Andrew wegen Weitergabe vertraulicher Dokumente.
  • Norwegens Botschafterin Mona Juul trat wegen finanzieller Verflechtungen ihrer Familie mit Epstein zurück; ihre Kinder wurden im Testament bedacht.
  • Die Deutsche Bank räumt ein, dass Epstein bis zu 40 Konten bei ihr hatte und bezeichnet die Geschäftsbeziehung als Fehler.
  • Mehr als 55 Prozent der Briten fordern Starmers Rücktritt, während Labour-Abgeordnete wie Anas Sarwar ebenfalls Rücktrittsforderungen stellen.

Regierungskrise in Großbritannien

Der Epstein-Skandal hat in Großbritannien zu einer schweren Regierungskrise geführt: Premierminister Keir Starmers Stabschef Morgan McSweeney ist zurückgetreten und übernahm die volle Verantwortung für die umstrittene Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter. In seiner Rücktrittserklärung bezeichnete McSweeney die Ernennung als 'falsch' und bedauerte, dem Premierminister dazu geraten zu haben. Gegen Mandelson ermittelt die Polizei wegen Amtsmissbrauchs; es fanden Hausdurchsuchungen statt, und es wird untersucht, ob er Epstein mit vertraulichen Finanzinformationen versorgte und beim Kauf eines Millionen-Anwesens in London unterstützt wurde. Zusätzlich trat auch Tim Allan, Starmers Kommunikationsdirektor, zurück, was die Krise weiter vertieft.

Internationale Auswirkungen und Ermittlungen

In Norwegen hat Botschafterin Mona Juul ihr Amt niedergelegt, nachdem bekannt wurde, dass ihre Kinder im Testament Epsteins mit jeweils fünf Millionen Dollar bedacht wurden. Ihr Mann, der Ex-Diplomat Terje Rød-Larsen, gerät ebenfalls ins Visier der Behörden. International weitet sich der Skandal aus: Die Deutsche Bank gab zu, dass Epstein bis zu 40 Konten bei dem Geldhaus unterhielt, und bezeichnete die Geschäftsbeziehung als Fehler, während sie interne Kontrollen verstärkt hat. Zugleich mehren sich Forderungen nach einer schonungslosen Offenlegung aller Finanzunterlagen.

Politische Reaktionen und Druck auf Starmer

Der britische Ex-Prinz Andrew steht erneut unter Druck, nachdem die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts aufgenommen hat, er habe Epstein vertrauliche Regierungsberichte weitergeleitet. Neue E-Mails belegen, dass der Kontakt zu Epstein auch nach dessen Verurteilung andauerte. In Großbritannien fordern mehr als 55 Prozent der Briten in Umfragen Starmers Rücktritt, und selbst aus der Labour-Partei werden entsprechende Forderungen laut, etwa vom schottischen Labour-Chef Anas Sarwar. Unterstützung erhält Starmer hingegen von Ex-Premier Gordon Brown und Arbeitsminister Pat McFadden, die betonen, dass ein erneuter Regierungswechsel dem Land schaden würde. Die Unterlagen zur Sicherheitsüberprüfung vor Mandelsons Berufung sollen in den kommenden Monaten veröffentlicht werden, was für Starmer weitere Herausforderungen bedeuten könnte.

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