Kirchen betonen Friedensbotschaft zu Ostern trotz Mitgliederschwund
Wichtige Fakten
- • Kirchen in Deutschland rufen zu Ostern zu Frieden und Versöhnung auf.
- • Kardinal Marx kritisiert US-Verteidigungsminister Hegseth und Patriarchen Kyrill I. als Gotteslästerung.
- • Papst Leo XIV. feiert seine erste Osternacht als Kirchenoberhaupt.
- • Über 650.000 Menschen traten 2025 aus der evangelischen und katholischen Kirche aus.
- • Die Osterbotschaft wird als Rebellion gegen den Tod und Hoffnung in Krisenzeiten beschrieben.
Osterbotschaften im Zeichen des Friedens
Angesichts weltweiter Kriege und Konflikte haben die christlichen Kirchen in Deutschland zu Ostern 2026 verstärkt zu Frieden und Versöhnung aufgerufen. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, bezeichnete die Osterbotschaft als Quelle von Hoffnung und Halt in unsicheren Zeiten. Die Auferstehung Jesu sei eine machtvollste Hoffnungsgeschichte, die die Zuversicht stärke, dass das Leben trotz aller Krisen siegt.
Kritik an Kriegsrhetorik
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx übte in seiner Predigt scharfe Kritik an US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem orthodoxen Patriarchen von Moskau, Kyrill I. Marx nannte es eine "schamlose Gotteslästerung", wenn Hegseth dafür bete, dass jede Kugel im Iran-Krieg ihr Ziel treffe, und wenn Kyrill I. den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als "Heiligen Krieg" bezeichne. Die Kirchen betonten, dass Ostern eine Rebellion gegen den Tod und eine bewusste Gegenposition zu Hoffnungslosigkeit darstelle.
Rituale und Engagement
Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hob die Kraft von Ritualen und Traditionen an Ostern hervor, die im Umgang mit existenziellen Fragen helfen. Der Bremer Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus sah Ostern als "Gegenbewegung zu den Kräften des Todes" und rief dazu auf, nicht zu schweigen, wenn Mächtige das Recht des Stärkeren propagieren. Papst Leo XIV. feierte indes seine erste Osternacht als Oberhaupt der katholischen Kirche.
Mitgliederschwund und Glaubensvielfalt
Die Kirchen stehen vor der Herausforderung, dass im vergangenen Jahr mehr als 650.000 Menschen aus der evangelischen und katholischen Kirche ausgetreten sind. Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Individualisierung des Glaubens, wie Beispiele aus Hildesheim verdeutlichen: Während einige wie die Apothekerin Aline Faass Glaube und Wissenschaft verbinden und in Ritualen Halt finden, haben andere wie Esther aufgrund persönlicher Leidenserfahrungen ein ambivalentes Verhältnis zur Kirche. Pastor Felix Rinckhoff aus Freden sieht die Austritte als gesellschaftlichen Trend, betont aber die lokale Gemeindearbeit.
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