Klimaresilientes Bauen: Lehm, Holz und Schatten statt Klimaanlage
Wichtige Fakten
- • Lehm ist ein klimafreundlicher Baustoff, regional verfügbar
- • Gegenüberliegende Fenster ermöglichen effektives Querlüften
- • Helle Fassaden reflektieren die Sonneneinstrahlung
- • Klimaresilienz kann viele Klimaanlagen ersetzen
- • Paradigmenwechsel: von reinem Heizfokus zu Sommerkühlung
Klimafreundliches Bauen – das Beispiel Holl
In Eberbach, Baden-Württemberg, zeigt Innenarchitekt Günter Holl, wie ein Haus auch bei >30 Grad Außentemperatur angenehme 24 Grad Innenraum erreicht – ganz ohne klassische Klimaanlage. Entscheidend sind laut der Bauphysikerin Pia Krause vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik eine durchdachte Planung: Fensterflächen sollten vor allem westliche Strahlung vermeiden, gegenüberliegende Öffnungen ermöglichen Querlüften, und helle Fassaden reflektieren zusätzlich die Sonne.
Neben solchen passiven Maßnahmen setzen moderne Häuser auf natürliche Materialien und aktive Systeme, wie spezielle Kühldecken oder Erdreich-Wärmetauscher, die ohne stromintensive Klimaanlagen auskommen.
Veränderung der Baubranche
Die Baubranche hat den Bedarf erkannt. Bauherren fragen ohnehin zunehmend nach sommerlichem Wärmeschutz, Holzfaserdämmung, Luftkollektoren oder Wärmepumpen mit Kühlfunktion. Gerade beim Neubau werden Konzepte wie das von Holl beispielhaft umgesetzt. Zudem erleichtern Baudichtungsbahnen, intelligente Steuerung der Beschattung (Jalousien) und zirkuläre Bauweise den Umstieg, während Brandschutzauflagen Holzbauteile weiter optimieren.
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