Klimawandel verlängert Pollensaison und verstärkt Allergiebelastung
Wichtige Fakten
- • Pollenflug beginnt 1-2 Wochen früher als in den 1990er Jahren
- • Pollenmenge in der Luft um 15-20 Prozent erhöht
- • In Europa leiden 4-32% der Menschen an Heuschnupfen
- • Etagenwechsel von Heuschnupfen zu Asthma nimmt zu
- • Klimawandel führt zu höheren Temperaturen im Frühling
Früherer und intensiverer Pollenflug
Neueste Daten des Lancet Countdowns zeigen, dass allergieauslösende Pollen von Bäumen wie Birke, Erle und Olive ein bis zwei Wochen früher fliegen als noch in den 1990er Jahren. Die Pollensaison ist teilweise intensiver und länger, mit bis zu 20 Prozent höheren Pollenmengen in der Luft. Betroffen sind neben Frankreich, Osteuropa und Großbritannien auch Norddeutschland, während in Südeuropa vor allem Olivenpollen Probleme bereiten.
Gesundheitliche Auswirkungen und Beobachtungen
Laut der Studie leiden in Europa je nach Region vier bis 32 Prozent der Menschen an Heuschnupfen, oft verbunden mit Asthma oder Bindehautentzündung. Ärzte wie die Münchner Allgemeinmedizinerin Ulrike Siegmund beobachten, dass Patienten früher im Jahr mit Symptomen wie laufender Nase, Niesen und Atemnot in die Praxis kommen. Zudem nimmt der sogenannte Etagenwechsel zu, bei dem sich Heuschnupfen zu allergischem Asthma entwickelt, besonders bei Kindern.
Klimawandel als Hauptursache
Der Klimawandel mit höheren Frühlingstemperaturen führt dazu, dass Bäume früher blühen und die Pollensaison verlängert und intensiviert wird. Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann betont, dass dies zu mehr Symptomen, Leiden und Arbeitsausfällen führt. Allergien gelten als Frühwarnsystem für klimabedingte Gesundheitsrisiken, wobei Prävention durch Naturschutz und Klimaschutzmaßnahmen entscheidend ist, um die Belastung zu reduzieren.
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