Teilen:
Politik 22.04.2026, 07:49 Aktualisiert: 22.04.2026, 23:05

Petersberger Klimadialog: Merz signalisiert Entschlossenheit trotz schwieriger Lage

UN-Klimachef Stiell betont: Erneuerbare bieten Sicherheit und Souveränität.

Wichtige Fakten

  • UN-Klimachef Stiell betont: Erneuerbare bieten Sicherheit und Souveränität.
  • Erneuerbare Energien wurden 2025 weltweit erstmals größte Stromquelle vor Kohle.
  • Kanzler Merz verspricht auf dem Petersberger Dialog Deutschlands verlässliche Klimapartnerschaft.
  • Umweltminister Schneider muss Klimaschutz gegen Widerstände im eigenen Kabinett verteidigen.
  • Entwicklungsländer leiden besonders unter hohen fossilen Preisen und Klimafolgen.

Petersberger Klimadialog im Zeichen globaler Krisen

Beim Petersberger Klimadialog in Berlin standen die aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen im Mittelpunkt. UN-Klimachef Simon Stiell betonte, dass verstärkter Klimaschutz die zentrale Lehre aus der Energie- und Wirtschaftskrise sein müsse. Fossile Energien seien ein Sicherheitsrisiko ersten Ranges, während saubere Energie Sicherheit, Bezahlbarkeit und Souveränität biete. Stiell forderte ein schnelleres Handeln, besonders angesichts der Folgen des Iran-Kriegs, der zu höheren fossilen Energiepreisen führt, die Milliarden Haushalte weltweit belasten.

Deutschlands ambivalente Klimapolitik

Bundeskanzler Friedrich Merz nutzte seinen Auftritt, um Deutschlands Entschlossenheit im Klimaschutz zu bekräftigen. In seiner Rede auf Englisch betonte er, Deutschland bleibe ein verlässlicher Partner und erkenne den Ernst des Klimawandels an. Gleichzeitig warnte er davor, dass eine Transformation, die zur Deindustrialisierung führe, keine Akzeptanz finden würde. Merz sprach sich für Stabilität bei Investitionsrahmenbedingungen aus, was von Wirtschaftsvertretern wie Gunnar Gröbler von der Salzgitter AG begrüßt wurde.

Innere Widerstände und internationale Dynamik

Während Merz international positive Signale sendete, offenbart die deutsche Innenpolitik weiterhin Spannungen. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) muss Klimaschutz teilweise gegen eigene Kabinettskollegen verteidigen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die nicht am Dialog teilnahm, hat in der Vergangenheit Bremsmanöver in der Klimapolitik unterstützt. International zeigt sich dagegen eine beschleunigte Dynamik: Laut dem Thinktank Ember sind erneuerbare Energien 2025 erstmals zur weltweit größten Stromquelle vor Kohle geworden, was durch den Iran-Krieg zusätzlich forciert wird.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.