Teilen:
Klima 13.08.2026, 06:27 Aktualisiert: 13.08.2026, 10:02

Kohleausstieg in NRW: Debatte droht Klimaschutz zu untergraben

Deutschland erwägt, Kohleausstieg in NRW über 2030 hinaus zu verschieben.

Wichtige Fakten

  • Deutschland erwägt, Kohleausstieg in NRW über 2030 hinaus zu verschieben.
  • Braunkohlestrom verursacht rund 75 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 2025.
  • Kohleverstromungsbeendigungsgesetz sieht Verzögerung nicht als Option vor.
  • Wissenschaftler kritisieren Lobbyeinfluss und fordern Festhalten an Klimazielen.
  • Experten plädieren für vorgezogenen Kohleausstieg auch in Ostdeutschland.

Debatte um Kohleausstieg in NRW

Angesichts von Rekord-Hitzewellen und schleppender Klimaanpassung wird in Deutschland über ein Hinausschieben des Braunkohleausstiegs in Nordrhein-Westfalen diskutiert. Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen gesetzlich geforderten Bericht zur Machbarkeit des Ausstiegs verschoben, was Befürworter von Kohleausstieg als Chance sehen, die Jahreszahl 2030 infrage zu stellen. Dabei betont das Kohleverstromungsbeendigungsgesetz, dass der Fokus auf Versorgungssicherheit und Erreichung der Klimaziele liegen soll.

Rechtliche Realität und politische Forderungen

Der Paragraf 54 des Gesetzes berücksichtigt keine Verschiebung des Ausstiegs, sondern sieht vor, Stilllegungen von Kraftwerken um bis zu drei Jahre vorzuziehen oder sie in eine Reserve zu überführen. Die Netzagentur plant, für den nächsten Winter Kraftwerke mit 7.500 Megawatt vorzuhalten – ein normales Vorgehen. Die SPD in NRW bezeichnet hingegen die Umsetzung als 'planlos' und warnt vor Unsicherheiten.

Umweltauswirkungen

Braunkohlestrom gilt als klimaschädlichste Stromerzeugung. 2025 verursachten die Kraftwerke rund 75 Millionen Tonnen CO2 – knapp ein Achtel der deutschen Emissionen. Kohleausstieg wäre eine der günstigsten Optionen, CO2 zu reduzieren, doch genau diese scheint gefährdet.

Kritik und Forschung

Experten wie Pao-Yu Oei von der Uni Flensburg sehen Druck von fossilen Industrieverbänden und fordern von der Bundesregierung Mut statt Kapitulation vor Lobbyinteressen. Der Kohleausstieg müsse nicht nur im Westen, sondern auch im Osten bis 2030 kommen, um die Klimaziele zu erreichen.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.