Kokainkrieg auf See: EU-Behörden fordern schärfere Maßnahmen gegen Schmuggel
Wichtige Fakten
- • EU-Behörde MAOC fordert Schüsse auf Motoren von Schmuggelbooten.
- • 2025 wurden 92 Tonnen, aber geschätzt 700 Tonnen Kokain nicht gestoppt.
- • Speedboote dienen als schwimmende Häfen im Atlantik.
- • Fünf Beamte starben seit 2024 bei Einsätzen gegen Drogenschmuggler.
- • Deutschland lehnt Marineeinsatz zur Kriminalitätsbekämpfung ab.
Neue Taktiken im Kampf gegen Kokainschmuggel
Europäische Strafverfolger fordern härtere Maßnahmen gegen Kokainschmuggler, darunter Schüsse auf Motoren von Speedbooten. Ein vertrauliches Papier der Organisation MAOC-N (Maritime Analysis and Operations Centre – Narcotics) schlägt „die Anwendung von Gewalt bei Verfolgungsjagden auf See“ vor. Hintergrund ist ein neuer Trend: Im Seegebiet zwischen Madeira und den Azoren, dem sogenannten Kokain-Highway, wird die Droge zunehmend auf hoher See umgeladen und mit Speedbooten nach Europa gebracht.
Wachsende Bedrohung und Rekordmengen
Trotz erhöhter Sicherheit in Häfen wie Hamburg und Antwerpen gelangt offenbar mehr Kokain nach Europa. Experten schätzen, dass 2025 etwa 700 Tonnen unentdeckt blieben, während nur 92 Tonnen beschlagnahmt wurden. Die Boote sind schwer zu fassen und besser ausgerüstet als Polizeifahrzeuge. Seit 2024 wurden 14 Beamte verletzt, fünf starben.
Politische Kontroversen
Während niederländische und französische Behörden Militäreinsätze befürworten, lehnt das deutsche Innenministerium eine stärkere Einbindung der Marine ab. MAOC fordert zudem eine Regulierung des Verkaufs von Speedbooten und langfristige Marinemissionen vor Westafrika und den Kanaren.
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