Kulturförderung in Ostdeutschland: Stiftungen als wichtiger Baustein
Wichtige Fakten
- • Nur 7% aller Stiftungen haben ihren Sitz in Ostdeutschland.
- • Ostdeutsche Haushalte besitzen durchschnittlich 150.900 Euro Vermögen (Westen: 359.800 Euro).
- • Ostdeutsche Sparkassenstiftung förderte seit den 1990ern 2.700 Projekte mit 126 Millionen Euro.
- • Kommunale Kassen stoßen bei Finanzierung kultureller Substanz an Grenzen.
Prekäre Lage der Kulturförderung im Osten
Mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung bleibt die Kulturförderung in Ostdeutschland angespannt. Anders als im Westen fehlt es an privaten Mäzenen und einer breiten Stiftungskultur. Laut Ostdeutscher Sparkassenstiftung liegt dies in der DDR-Vergangenheit begründet, wo Kultur staatlich finanziert wurde. Heute sind kommunale Kassen vielerorts ebenso knapp wie große Privatvermögen. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass ostdeutsche Haushalte 2024 im Durchschnitt nur 150.900 Euro besaßen – weniger als die Hälfte des Westniveaus (359.800 Euro).
Stiftungen als Lückenbüßer
Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung ist der größte nichtstaatliche Kulturförderer Ostdeutschlands und unterstützt seit Mitte der 1990er Jahre rund 2.700 Projekte mit insgesamt 126 Millionen Euro. Gefördert wurden u.a. das Kurt-Weill-Fest in Dessau und der Naumburger Dom. Der Direktor des Kunstmuseums Moritzburg in Halle, Thomas Bauer-Friedrich, betont, dass Stiftungsgelder für viele Institutionen überlebenswichtig sind. Allerdings könnten Stiftungen die staatliche Förderung nicht dauerhaft ersetzen, so Stiftungsgeschäftsführerin Patricia Werner.
Staatliche Förderung und Nachholbedarf
Neben privaten Initiativen engagieren sich die Kulturstiftungen der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die bundesweite Kulturstiftung der Länder. Christine Regus, deren Generalsekretärin, sieht weiterhin hohen Förderbedarf. Ergänzt wird die Förderung durch Programme der Kulturstiftung des Bundes, z.B. „Lokal“, das über die Hälfte seiner Mittel in Mitteldeutschland investiert. Trotz aller Bemühungen liegt die Stiftungsdichte in Ostdeutschland weiter unter der westdeutscher Städte – Jena als Spitzenreiter erreicht nur etwa die Hälfte von Würzburg.
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