Lebenslange Haft für IS-Paar wegen Völkermords an Jesiden
Wichtige Fakten
- • Mann zu lebenslanger Haft, Frau zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt.
- • Gericht spricht erstmals in Deutschland Urteil wegen Völkermords an Jesiden.
- • Das Paar kaufte und missbrauchte zwei jesidische Mädchen als Sklavinnen.
- • Die Taten wurden als IS-Mitglieder im Irak zwischen 2015 und 2017 begangen.
- • Die 24-jährige Nebenklägerin brach während der Urteilsbegründung in Tränen aus.
Urteil: Lebenslange Haft für IS-Paar
Das Oberlandesgericht München hat ein irakisches Ehepaar wegen der Versklavung und des Missbrauchs jesidischer Mädchen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Der 45-jährige Mann erhielt lebenslange Haft, seine zu Tatzeiten noch nicht volljährige Frau neuneinhalb Jahre Jugendstrafe. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten als IS-Mitglieder zwei jesidische Mädchen als Sklavinnen kauften, ausbeuteten und der Mann sie vergewaltigte.
Erstmals Völkermord an Jesiden in Deutschland anerkannt
Das Gericht beurteilte die Verbrechen als Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit – eine rechtliche Neubewertung der IS-Gräuel. Opfer konnten erstmals als Nebenkläger teilnehmen. Richter Philipp Stoll betonte, das Urteil gelte nicht stellvertretend für die gesamte IS-Gewalt, sondern für die individuellen Taten des Paares. Der Prozess begann im April 2024, die Festnahme der beiden in Bayern erfolgte zuvor im gleichen Monat.
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