Lufthansa-Streiks weiten sich aus: Weitere Streiktage und Schlichtungsangebot
Wichtige Fakten
- • Am zweiten Streiktag hat Lufthansa über 900 Flüge abgesagt.
- • Vereinigung Cockpit kündigt weitere Streiks für Donnerstag und Freitag an.
- • Die Gewerkschaft schlägt ein verbindliches Schlichtungsverfahren vor.
- • Die Kabinengewerkschaft Ufo ruft Flugbegleiter für Mittwoch und Donnerstag zum Streik auf.
- • Hauptstreitpunkte sind Betriebsrenten und Arbeitsbedingungen.
Zweiter Tag des Streiks mit massiven Ausfällen
Am zweiten Tag des Pilotenstreiks bei der Lufthansa sind erneut Hunderte Flüge ausgefallen, wobei das Unternehmen mehr als 900 Starts und Landungen an den großen Drehkreuzen Frankfurt und München absagen musste. Im Gegensatz dazu finden Flüge der Tochtergesellschaft Eurowings wieder planmäßig statt, nachdem am Montag rund 200 ihrer Flüge betroffen waren. Insgesamt konnten 84 Prozent der bestreikten Flüge nicht durchgeführt werden.
Weitere Streiks und Schlichtungsangebot
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat weitere Streiks bei der Lufthansa und ihrer Tochter CityLine für Donnerstag und Freitag angekündigt, mit Ausnahme von Flügen in den Nahen Osten. Zugleich schlägt die Gewerkschaft ein verbindliches Schlichtungsverfahren vor, um die Tarifkonflikte durch einen unabhängigen Dritten zu lösen. Ein Lufthansa-Sprecher erklärte, das Unternehmen sei zu einer Schlichtung bereit, wenn sie alle Tarifthemen einbezieht.
Tarifkonflikte und weitere Streiks
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und die Kabinengewerkschaft Ufo befinden sich in Tarifkonflikten mit dem Lufthansa-Konzern. Hauptstreitpunkte sind Betriebsrenten und Arbeitsbedingungen, wobei das Management Kostensteigerungen ablehnt und vor den wirtschaftlichen Folgen warnt. Ufo hat zudem Flugbegleiter für Mittwoch und Donnerstag zu Streiks aufgerufen, was den Festakt zum 100. Jahrestag der Lufthansa-Gründung überschattet.
Kritik des Flughafenverbands und Forderungen
Der Flughafenverband ADV kritisiert die Auswirkungen des Arbeitskampfs auf Hunderttausende Reisende und die deutsche Wirtschaft, mit Verlusten in Millionenhöhe für Flughafenbetreiber und Dienstleister. ADV-Chef Ralph Beisel fordert eine Einschränkung des Streikrechts im Luftverkehr, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tarifautonomie und Gemeinwohl sicherzustellen, und sieht die Bundesregierung in der Pflicht.
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