Lufthansa zum 100.: Zwischen Jubel und historischer Last
Wichtige Fakten
- • Lufthansa wurde 1926 gegründet und war in der NS-Zeit eng mit dem Regime verstrickt.
- • Das Unternehmen finanzierte früh Hermann Göring und unterstützte Francos Putsch logistisch.
- • Im Zweiten Weltkrieg setzte Lufthansa Zwangsarbeiter ein, darunter Kinder.
- • Die heutige Deutsche Lufthansa AG wurde 1953 neu gegründet, übernahm aber alte Nazis.
- • Historiker kritisieren Lufthansas schwieriges Verhältnis zur eigenen Geschichte.
Ein Jahrhundert zwischen Erfolg und historischer Bürde
Die Deutsche Lufthansa feiert ihr 100-jähriges Bestehen, präsentiert sich als erfolgreiches globales Unternehmen, kämpft jedoch mit der Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte. Gegründet 1926, war die Lufthansa in der NS-Zeit eng mit dem Regime verbunden, finanzierte früh Hermann Göring und unterstützte logistisch Francos Putsch in Spanien. Während des Zweiten Weltkriegs setzte das Unternehmen Zwangsarbeiter ein, darunter Kinder, und diente der Luftwaffe durch Reparatur- und Wartungsarbeiten.
Schwieriger Umgang mit der Vergangenheit
Die heutige Deutsche Lufthansa AG wurde 1953 neu gegründet, übernahm aber Personal aus der NS-Zeit und stellte sich in die Tradition der ersten Lufthansa. Historiker wie Lutz Budraß kritisieren seit Jahren das "einzigartig schwierige Verhältnis zur eigenen Geschichte", da das Unternehmen lange keine tiefschürfende Studie zur Unternehmensgeschichte ermöglichte und Budraß' Forschung zur Zwangsarbeit zunächst versteckt veröffentlicht wurde. Trotz eines neuen Buchs "Die ersten 100 Jahre" und einer Sonderseite zur NS-Zeit auf der Homepage klafft in der Darstellung oft eine Lücke zwischen 1930 und 1950.
Jubiläum im Spannungsfeld
Zum Jubiläum bietet Lufthansa einerseits Reklame und feiert Traditionen wie die Ju-52, die jedoch in den 1930er-Jahren zum getarnten Aufbau der Nazi-Luftwaffe diente. Während Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr von Innovationen und Pioniergeist spricht, bleibt die kritische Auseinandersetzung mit der militaristischen Vergangenheit eine Herausforderung für den Konzern.
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