Medikamentenmangel in England: Patienten und Apotheker leiden
Wichtige Fakten
- • England erlebt schwersten Medikamentenmangel seit Jahren.
- • Betroffen sind Mittel gegen Epilepsie, Parkinson und Depressionen.
- • Apotheken verlieren Geld und schließen: 1.500 seit 2017.
- • Ursache: Steigende globale Preise und niedrige NHS-Erstattungen.
- • Drei Todesfälle bei Epilepsie im Zusammenhang mit Lieferengpässen.
Patienten in Angst
In England führt ein schwerer Medikamentenmangel zu Panikattacken bei Betroffenen wie Chloe, einer 29-Jährigen mit Epilepsie. Ihr Medikament Lamotrigin ist kaum erhältlich. In den letzten Wochen konnte sie ihre Medikation nicht bekommen, erlitt wieder Anfälle und stürzte. Auch Parkinson-Patient Chris Henry bangt um seine Versorgung. Die Epilepsy Society verzeichnet drei Todesfälle in zwei Jahren, bei denen Medikamentenmangel eine Rolle spielte.
Apotheken in finanzieller Not
Apotheker kaufen Medikamente oft teurer ein, als sie vom NHS erstattet bekommen. Akash Patel aus Shepperton verlor im letzten Jahr 140.000 Pfund. Seit 2017 schlossen 1.500 Apotheken in England. In Shepperton gibt es nur noch eine Apotheke statt drei. Viele Apotheker müssen ihre Ersparnisse und Häuser belasten, um über die Runden zu kommen.
Systembedingte Ursachen
Der Mangel wird durch gestiegene globale Preise für Rohöl (ein Bestandteil vieler Medikamente) und Transportkosten verstärkt. Gleichzeitig zahlt das britische Gesundheitssystem NHS weniger für Medikamente als andere Länder. Hersteller liefern daher bevorzugt ins Ausland. Das Erstattungssystem für Apotheken reagiert zu langsam auf Preisschwankungen, sodass diese auf Kosten sitzen bleiben. Fachleute fordern eine dringende Reform, doch die Regierung verweist auf bestehende Anpassungsprozesse.
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