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International 22.04.2026, 16:46 Aktualisiert: 22.04.2026, 23:11

Moldauischer Ex-Oligarch zu langer Haftstrafe verurteilt

Vlad Plahotniuc wurde zu 19 Jahren Haft im Milliarden-Bankenskandal verurteilt.

Wichtige Fakten

  • Vlad Plahotniuc wurde zu 19 Jahren Haft im Milliarden-Bankenskandal verurteilt.
  • Der Betrug von 2014-15 umfasste 1 Mrd. USD, etwa 12% des moldauischen BIP.
  • Er soll über 40 Mio. USD aus dem Betrug erhalten und muss 60 Mio. USD Schadenersatz zahlen.
  • Plahotniuc wurde 2025 in Griechenland festgenommen und nach Moldau ausgeliefert.
  • Die Anklage wirft ihm Koordination eines Netzwerks für illegale Vorteile vor.

Urteil im 'Diebstahl des Jahrhunderts'

Vlad Plahotniuc, ehemals der reichste Mann Moldaus, ist in einem spektakulären Bankenbetrugsfall zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Der Fall, bekannt als 'Diebstahl des Jahrhunderts', betrifft einen Betrug von 1 Milliarde US-Dollar aus den Jahren 2014-15, was damals etwa 12% des moldauischen Bruttoinlandsprodukts entsprach. Plahotniuc wurde persönlich vorgeworfen, über 40 Millionen US-Dollar aus dem Betrugssystem erhalten zu haben und muss nun rund 60 Millionen US-Dollar Schadenersatz an den Staat zahlen.

Hintergrund und Festnahme

Plahotniuc, der jegliches Fehlverhalten bestreitet, war bei der Urteilsverkündung nicht anwesend und kündigte Berufung an. Nachdem er 2019 nach Korruptionsvorwürfen aus Moldau geflohen war, wurde er im Juli 2025 in Athen bei einem Flug nach Dubai festgenommen und nach Moldau ausgeliefert. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, er habe seine politische und finanzielle Macht genutzt, um ein Netzwerk für illegale Gewinne zu koordinieren, einschließlich der Förderung von Ilan Shors Beteiligung an Banken, die zum Betrug führten.

Weitere Verfahren und politische Implikationen

Der Betrug zwang die Regierung, Banken mit öffentlichen Mitteln zu retten, was ein großes Loch in den Staatshaushalt riss. Ein Großteil der Gelder landete laut Berichten in Unternehmen des pro-russischen Oligarchen Ilan Shor, der nun in Moskau lebt und mit Wahlbeeinflussung in Verbindung gebracht wird. Plahotniuc steht weitere Strafverfahren in Moldau bevor, während seine Anwälte die Anklage als politisch motiviert bezeichnen.

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