Münchner Sicherheitskonferenz im Zeichen transatlantischer Spannungen
Wichtige Fakten
- • Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 beginnt am Freitag mit über 60 Staatschefs und 100 Ministern.
- • Die US-Delegation wird von Außenminister Marco Rubio geführt, prominente Demokraten wie Gavin Newsom nehmen teil.
- • Ein MSC-Bericht warnt vor einer "Abrissbirnen-Politik", die multilaterale Institutionen schwächt.
- • Die US-Sicherheitsstrategie fordert Europa auf, mehr Verantwortung für seine Verteidigung zu übernehmen.
- • Die Krise um Grönland hat die NATO-Allianz zwischen den USA und Europa belastet.
Überblick der Konferenz
Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) 2026 beginnt am Freitag und wird als "Konferenz der Superlative" erwartet, mit über 60 Staats- und Regierungschefs sowie etwa 100 Außen- und Verteidigungsministern aus rund 120 Ländern. Im Fokus stehen die US-Vertreter: Während Außenminister Marco Rubio die offizielle Delegation anführt, nehmen auch prominente Demokraten wie Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez und Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer teil. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bleibt ein zentrales Thema, wobei der Ewald-von-Kleist-Preis diesmal dem "tapferen ukrainischen Volk" gewidmet ist.
Transatlantische Spannungen und internationale Ordnung
Die Krise in den Beziehungen zwischen Europa und den USA dominiert die Agenda, verstärkt durch die Politik der Trump-Regierung. Ein vor der Konferenz veröffentlichter MSC-Bericht mit dem Titel "Under destruction" warnt vor einer "Abrissbirnen-Politik", die multilaterale Institutionen, die offene Weltwirtschaft und die Unterstützung von Demokratie und Menschenrechten schwächt. Die US-Sicherheitsstrategie fordert Europa auf, "auf eigenen Füßen zu stehen" und mehr Verantwortung für seine Verteidigung zu übernehmen, was Ängste vor einem Rückzug der USA schürt. Die jüngste Grönland-Krise, bei der Trump eine Übernahme des Territoriums erwog, hat die NATO-Allianz zusätzlich belastet, obwohl Experten wie der ehemalige MI6-Chef Sir Alex Younger betonen, dass die transatlantischen Beziehungen nicht vollständig zerbrochen seien.
Politische Dynamiken und öffentliche Wahrnehmung
Die Konferenz reflektiert auch eine weit verbreitete Enttäuschung über demokratische Institutionen: Eine MSC-Umfrage zeigt, dass in Europa nur eine Minderheit – in Deutschland 13%, in Frankreich 12% – erwartet, dass die aktuelle Regierungspolitik das Leben künftiger Generationen verbessert. Im Kontrast dazu stehen höhere Werte in China (80%) und Indien (61%). Die Teilnahme von US-Demokraten wie Newsom, der Europa zuvor für eine "unterwürfige Haltung" gegenüber Trump kritisierte, unterstreicht die innenpolitischen Spaltungen in den USA, die die internationale Sicherheitsarchitektur prägen.
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