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International 16.01.2026, 12:48 Aktualisiert: 16.01.2026, 20:11

Myanmar vor letzter Wahlrunde: Kaum Proteste trotz Kritik – Preise steigen, Kämpfe verhindern Abstimmung in vielen Gemeinden

Die dritte und letzte Runde der umstrittenen Parlamentswahl in Myanmar ist für den 25. Januar geplant.

Wichtige Fakten

  • Die dritte und letzte Runde der umstrittenen Parlamentswahl in Myanmar ist für den 25. Januar geplant.
  • Abgestimmt wird nur in Gebieten, die von der Militärjunta kontrolliert werden; in vielen Gemeinden bleiben Wahllokale wegen der Kämpfe geschlossen.
  • Auch am zweiten Wahlwochenende kam es in mehreren Landesteilen zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und oppositionellen Widerstandskämpfern.
  • Regimekritische Kandidaten dürfen nicht antreten; die frühere Siegerpartei Nationale Liga für Demokratie (NLD) um die inhaftierte Aung San Suu Kyi wurde aufgelöst.
  • Offene Proteste bleiben weitgehend aus, da Kritik an der Militärregierung riskant ist und Freiheitsstrafen drohen; Einheimische äußern sich gegenüber ausländischen Medien meist nur ausweichend.
  • Internationale Beobachter erwarten einen Sieg der militärnahen USDP.
  • Die Exil-Schattenregierung NUG bezeichnet die Wahl als Betrug und „blutbefleckt“.
  • In Yangon wirkt der Alltag nach außen geordnet, gleichzeitig belasten deutlich gestiegene Lebensmittelpreise die Bevölkerung.
  • Laut Welthungerhilfe sind rund 18 Millionen Menschen (etwa ein Drittel der Bevölkerung) von humanitärer Not betroffen.
Myanmar steht vor der dritten und letzten Runde einer international stark kritisierten Parlamentswahl am 25. Januar. Gewählt wird nur in jenen Regionen, die die Militärjunta kontrolliert – in vielen Gemeinden bleiben Wahllokale wegen der Kämpfe geschlossen; auch am zweiten Wahlwochenende kam es zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und oppositionellen Widerstandskämpfern. In Yangon inszeniert die Junta Normalität: Nach außen wirkt der Alltag geordnet, der Krieg ist im Stadtbild kaum sichtbar. Gleichzeitig setzen stark gestiegene Lebensmittelpreise viele Familien unter Druck – etwa durch deutlich teureres Speiseöl und teils fast verdoppelte Zwiebelpreise. Laut Welthungerhilfe ist die Lage in Konfliktregionen noch dramatischer: Rund 18 Millionen Menschen, etwa ein Drittel der Bevölkerung, seien von humanitärer Not betroffen. Politisch bleibt die Wahl stark eingeschränkt: Regimekritische Kandidaten sind ausgeschlossen, die frühere Siegerpartei NLD um die inhaftierte Aung San Suu Kyi wurde aufgelöst. Offener Protest bleibt aus, weil Kritik an der Militärregierung mit Freiheitsstrafen geahndet werden kann; viele Menschen äußern sich gegenüber ausländischen Medien nur vage. Beobachter rechnen mit einem Sieg der militärnahen USDP. Während einzelne Oppositionspolitiker wie Ko Ko Gyi die Teilnahme als möglichen Ausweg aus der Blockade sehen, verurteilt die Exil-Schattenregierung NUG die Abstimmung als Betrug und „blutbefleckt“.

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