Die dritte und letzte Runde der umstrittenen Parlamentswahl in Myanmar ist für den 25. Januar geplant.
Abgestimmt wird nur in Gebieten, die von der Militärjunta kontrolliert werden; in vielen Gemeinden bleiben Wahllokale wegen der Kämpfe geschlossen.
Auch am zweiten Wahlwochenende kam es in mehreren Landesteilen zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und oppositionellen Widerstandskämpfern.
Regimekritische Kandidaten dürfen nicht antreten; die frühere Siegerpartei Nationale Liga für Demokratie (NLD) um die inhaftierte Aung San Suu Kyi wurde aufgelöst.
Offene Proteste bleiben weitgehend aus, da Kritik an der Militärregierung riskant ist und Freiheitsstrafen drohen; Einheimische äußern sich gegenüber ausländischen Medien meist nur ausweichend.
Internationale Beobachter erwarten einen Sieg der militärnahen USDP.
Die Exil-Schattenregierung NUG bezeichnet die Wahl als Betrug und „blutbefleckt“.
In Yangon wirkt der Alltag nach außen geordnet, gleichzeitig belasten deutlich gestiegene Lebensmittelpreise die Bevölkerung.
Laut Welthungerhilfe sind rund 18 Millionen Menschen (etwa ein Drittel der Bevölkerung) von humanitärer Not betroffen.
Ausblick
"Für den 25. Januar ist zwar die letzte Wahlrunde angesetzt, eine landesweite Abstimmung ist jedoch wegen anhaltender Kämpfe und der Kontrolle der Junta nur in begrenzten Gebieten möglich. Internationale Anerkennung der Wahl gilt als unwahrscheinlich; zugleich dürften Konflikt und wirtschaftlicher Druck auf die Bevölkerung weiter zunehmen."