Nachhaltige Geldanlage: Trend kehrt sich um
Wichtige Fakten
- • 84 Milliarden Dollar Abflüsse aus nachhaltigen Fonds in 2025.
- • Erster Mittelabfluss seit Beginn der Erfassung 2018.
- • Trump-Regierung kritisiert Nachhaltigkeitskriterien als 'woke'.
- • Geopolitische Risiken wie Ukraine-Krieg und Iran-Krieg tragen bei.
- • Wind- und Solaraktien hingegen durch Ölpreisschock wieder attraktiver.
Nachhaltige Geldanlage verliert an Attraktivität
In Zeiten des Klimawandels sollte Nachhaltigkeit auch bei der Geldanlage eine Rolle spielen. Doch die Entwicklung ist gegenteilig: Laut Morningstar flossen 2025 weltweit 84 Milliarden Dollar aus nachhaltigen Fonds ab – der erste Mittelabfluss seit 2018. Experten wie Kevin Naumann (KPMG) betonen die Diskrepanz zwischen ökologischer Notwendigkeit und realen Investments: 'Wir müssten eigentlich noch viel mehr Mittel da rein investieren, als dass wir sie wieder rausnehmen.'
Ursachen: US-Politik und geopolitische Krisen
Ein wesentlicher Grund ist die Trump-Regierung, die Nachhaltigkeitskriterien als Teil einer 'woken' Agenda ablehnt. Hinzu kommen geopolitische Spannungen wie der Ukraine-Krieg und der Iran-Krieg, die zu Umschichtungen hin zu renditestärkeren, weniger strengen Nachhaltigkeitsinvestments führen. 'Wenn die amerikanischen Häuser mehr Rendite machen, fließen die Mittel dorthin', so Naumann. 'Europa muss nachziehen.'
Lichtblicke: Erneuerbare Energien und Infrastruktur
Dennoch gibt es Hoffnung: Der Ölpreisschock durch den Iran-Krieg macht Wind- und Solaraktien wieder attraktiver. Langfristig, so Karsten Kührlings von GLS Investments, sollten Nachhaltigkeitsaspekte als Risikomanagement betrachtet werden. Zudem bieten sich Investitionen in die veraltete europäische Infrastruktur als Chance, ökologisch sinnvoll und profitabel anzulegen.
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