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Politik 08.02.2026, 18:59 Aktualisiert: 09.02.2026, 19:42

Iran verschärft Repression gegen Reformisten trotz Atomgesprächen

Die Leiterin der Reformisten-Front Azar Mansouri und mehrere weitere prominente Reformpolitiker wurden in den letzten Tagen von den Revolutionsgarden (IRGC) festgenommen.

Wichtige Fakten

  • Die Leiterin der Reformisten-Front Azar Mansouri und mehrere weitere prominente Reformpolitiker wurden in den letzten Tagen von den Revolutionsgarden (IRGC) festgenommen.
  • Die Staatsanwaltschaft in Teheran wirft den Festgenommenen vor, 'nationale Einheit zu untergraben' und mit den USA und Israel zusammenzuarbeiten.
  • Menschenrechtsgruppen bestätigen mehr als 6.000 Tote bei der Niederschlagung der Januar-Proteste, während die offizielle Zahl bei 3.000 liegt.
  • Die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi erhielt eine zusätzliche siebeneinhalbjährige Haftstrafe und wurde vor Abschluss ihrer medizinischen Behandlung ins Gefängnis zurückverlegt.
  • Präsident Masoud Pezeshkian, dessen Wahl 2024 auf reformistischer Unterstützung basierte, wurde durch die Verhaftungen weiter marginalisiert und hat kaum Einfluss auf die Hardliner.

Die Menschenrechtslage im Iran hat sich weiter dramatisch verschärft, während gleichzeitig Atomgespräche mit den USA im Oman stattfinden. Die Revolutionsgarden (IRGC) haben in den letzten Tagen eine Razzia gegen die verbliebene gemäßigte Opposition durchgeführt und Azar Mansouri, die Leiterin der reformistischen 'Reformists Front', sowie mehrere weitere prominente Reformpolitiker wie Hossein Karroubi verhaftet. Die Staatsanwaltschaft in Teheran wirft ihnen vor, 'nationale Einheit zu untergraben' und mit den USA und Israel zusammenzuarbeiten.

Diese Repressionswelle untergräbt massiv Präsident Masoud Pezeshkian, dessen Wahl 2024 maßgeblich auf reformistischer Unterstützung beruhte. Trotz seiner Forderung nach einer Untersuchung der Proteste zeigt sich erneut seine Machtlosigkeit gegenüber den Hardlinern im Regime. Parallel bestätigen Menschenrechtsgruppen, dass bei der brutalen Niederschlagung der Massenproteste im Januar mindestens 6.000 Menschen getötet wurden – die offizielle Zahl liegt bei 3.000.

Die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi, Symbol des Widerstands, erhielt eine zusätzliche siebeneinhalbjährige Haftstrafe. Sie durfte kürzlich kurzzeitig mit ihrem Anwalt sprechen und berichtete, dass sie vor Abschluss ihrer medizinischen Behandlung ins Gefängnis zurückverlegt wurde. Die jüngsten Entwicklungen verdeutlichen, dass die Hardliner die Zügel fest in der Hand halten, während internationale Gespräche über das iranische Atomprogramm laufen.

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