Nigerianische Ex-Ölministerin von Korruptionsvorwürfen freigesprochen
Wichtige Fakten
- • 65-jährige Ex-Ölministerin von allen sechs Anklagepunkten freigesprochen.
- • Verteidigung kritisierte fehlende Beweise und Verzögerung des Verfahrens.
- • Ermittlungen der britischen NCA dauerten 13 Jahre.
- • Mitangeklagter Bruder und Ölmanager ebenfalls freigesprochen.
Freispruch nach 13-jährigen Ermittlungen
Die ehemalige nigerianische Ölministerin Diezani Alison-Madueke ist von einem Gericht in London von allen Korruptionsvorwürfen freigesprochen worden. Die 65-Jährige, die zwischen 2010 und 2015 als erste Frau an der Spitze des bedeutenden Ölförderlandes stand, war angeklagt, Bestechungsgelder in Form von Luxusaufenthalten und Verschwendungsreisen angenommen zu haben. Der Freispruch stellt eine Niederlage für die britische National Crime Agency (NCA) dar, die über ein Jahrzehnt gegen die Politikerin ermittelt hatte.
Verteidigung stellt Ermittlungen infrage
Alison-Madueke plädierte auf nicht schuldig und argumentierte, dass sie stets eine Vorkämpferin gegen Korruption gewesen sei und den Spitznamen „Madam Due Process“ getragen habe. Die Verteidigung kritisierte, dass entscheidende Beweise für ihre Unschuld in Nigeria verschwunden seien und das Verfahren unverhältnismäßig lange gedauert habe. Auch die mangelnde Strafverfolgung von sechs namentlich genannten Ölmagnaten, die Bestechungsgelder gezahlt haben sollen, wurde beanstandet.
Abhängigkeit von privaten Mitteln
Die ehemalige Ministerin gab an, aufgrund dienstlicher Einschränkungen – nigerianische Regierungsmitglieder durften keine ausländischen Konten führen – auf die Unterstützung wohlhabender Geschäftsmänner angewiesen gewesen zu sein, die ihre Ausgaben vorschossen. Diese seien in Nigeria zurückgezahlt worden. Ein Ex-Präsident bestätigte, dass solche Zahlungen für Regierungsvertreter auf Auslandsreisen üblich gewesen seien.
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