Ölpreisrallye belastet Aktienmärkte und schürt Inflationsängste
Wichtige Fakten
- • Ölpreis erstmals seit 2022 über 100 Dollar gestiegen
- • DAX verlor zeitweise 2,8%, schloss bei -0,77%
- • G7-Finanzminister lehnen Freigabe von Ölreserven vorerst ab
- • Experten erwarten Lieferungen aus Persischem Golf in 4-5 Wochen
- • Anstieg um 50% seit Ende Februar bei 70 Dollar pro Barrel
Marktreaktion auf steigende Ölpreise
Der Ölpreis ist erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs wieder über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen, was zu einem Anstieg von rund 50% seit Ende Februar führte. Grund sind die faktische Sperrung der Straße von Hormus und Angriffe auf Raffinerien im Nahen Osten, die Lieferungen aus dem Persischen Golf blockieren. Experten wie von Charles Barker schätzen, dass es vier bis fünf Wochen dauern könnte, bis wieder Öl und Gas geliefert werden.
Auswirkungen auf Aktienmärkte und Konjunktur
Die steigenden Energiepreise schockieren Investoren und führen zu Verlusten an den Aktienmärkten. Der DAX reagierte mit einem Minus von bis zu 2,8%, schloss aber bei 23.409 Punkten mit einem Verlust von 0,77%. Auch an der Wall Street gab es hohe Abschläge, wobei sich der Dow Jones etwas erholte. IG-Chefmarktanalyst Christian Henke betont, dass die Angst vor einer Dämpfung der Weltkonjunktur durch hohe Ölpreise gewachsen ist.
Politische und wirtschaftliche Reaktionen
Die G7-Finanzminister berieten in einer Videokonferenz über eine mögliche Freigabe staatlicher Ölreserven, lehnten diesen Schritt jedoch vorerst ab. Der französische Finanzminister Roland Lescure erklärte, man sei noch nicht soweit. Gleichzeitig prognostiziert JPMorgan-Chefvolkswirt Bruce Kasman, dass ein nachhaltiger Ölpreis über 120 Dollar eine globale Rezession auslösen und das Wirtschaftswachstum um 0,6 Prozentpunkte drücken könnte.
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