Organspende in Deutschland: Leichter Anstieg reicht nicht aus
Wichtige Fakten
- • 985 Menschen spendeten 2025 Organe, ein Anstieg von 3,4% gegenüber 2024.
- • Über 8.200 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan.
- • Die DSO schätzt, dass 3.000 Organe transplantiert werden könnten.
- • Anonymisierte Dankesschreiben zwischen Spenderfamilien und Empfängern sind seit 2019 möglich.
- • Hessen fordert eine Widerspruchsregelung zur Steigerung der Spenderzahlen.
Zahlen und Warteliste
Die Zahl der Organspender in Deutschland ist im Jahr 2025 leicht gestiegen: 985 Menschen spendeten nach ihrem Tod mindestens ein Organ, was einem Anstieg von 3,4 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Dennoch reicht diese Menge bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) warten derzeit über 8.200 Menschen auf ein Spenderorgan, während nur etwa 3.000 Organe transplantiert werden könnten. Ana Paula Barreiros, Geschäftsführende Ärztin der DSO, betont, dass ein Spender rein rechnerisch bis zu sieben Leben retten kann.
Kommunikation und gesetzliche Rahmenbedingungen
Seit 2019 besteht die Möglichkeit, anonymisierte Dankesschreiben zwischen Spenderfamilien und Empfängern auszutauschen, da die Preisgabe der Identität gesetzlich verboten ist. Diese Briefe haben sich über die Jahre persönlicher entwickelt und bieten emotionalen Trost, wie das Beispiel von Lea Jantschke zeigt, die einen Dankesbrief vom Nieren-Empfänger ihrer verstorbenen Mutter erhielt. Die DSO ruft dazu auf, sich zu Lebzeiten mit der Organspende auseinanderzusetzen und dies zu dokumentieren, um Angehörige im Todesfall nicht zusätzlich zu belasten. Hessen fordert zudem eine Änderung der Gesetzeslage hin zu einer Widerspruchsregelung, bei der die Organspende zum Normalfall wird, es sei denn, man widerspricht.
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