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Gesellschaft 10.03.2026, 15:17 Aktualisiert: 10.03.2026, 18:06

Studie zeigt: Jeder Achte erlebt Diskriminierung in Deutschland, Musliminnen mit Kopftuch besonders betroffen

13,1% der Befragten berichten von Diskriminierung innerhalb eines Jahres.

Wichtige Fakten

  • 13,1% der Befragten berichten von Diskriminierung innerhalb eines Jahres.
  • Muslimische Frauen mit Kopftuch sind mit 38% besonders häufig betroffen.
  • 41,9% nennen ethnische Herkunft als Diskriminierungsgrund.
  • 56% der Betroffenen unternehmen keine Maßnahmen gegen Diskriminierung.
  • Diskriminierung erfolgt häufig beim Einkaufen, im Job oder auf der Straße.

Umfang der Diskriminierung

Laut einer repräsentativen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, basierend auf Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP), hat jeder achte Mensch in Deutschland (13,1%) innerhalb eines Jahres Diskriminierung erlebt. Hochgerechnet entspricht dies etwa neun Millionen Menschen. Die Untersuchung, die den Zeitraum von Mai 2021 bis Januar 2023 umfasst, gilt als eine der zuverlässigsten Quellen für sozialwissenschaftliche Forschung in Deutschland.

Besonders betroffene Gruppen

Musliminnen mit Kopftuch sind mit über 38% am stärksten von Diskriminierung betroffen, gefolgt von schwarzen Menschen (29,8%) und Muslimen allgemein (28,6%). Als häufigste Gründe für Ungleichbehandlung werden die ethnische Herkunft (41,9%), das Aussehen (etwa 25%) und das Geschlecht (23,8%) genannt. Diskriminierung tritt vor allem im Bereich "Güter und Dienstleistungen" (40%), am Arbeitsplatz (40%) und auf der Straße (41,5%) auf.

Folgen und Handlungsbedarf

Diskriminierung führt zu geringerer Lebenszufriedenheit, schlechterer Gesundheit und sinkendem Vertrauen in den Staat. Die Mehrheit der Betroffenen (56%) unternimmt nichts gegen die Vorfälle, nur 2,6% leiten rechtliche Schritte ein. Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman betont, dass Diskriminierung kein Randphänomen ist und pocht auf eine Erweiterung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), um den Schutz zu verbessern, da viele Hilfsangebote zu wenig bekannt oder schwer zugänglich sind.

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