Ostdeutschland: Aufholprozess verliert an Tempo
Wichtige Fakten
- • Wirtschaftsleistung Ostdeutschlands liegt bei 85 % des Westens.
- • Regionen wie Jena und Berliner Umland liegen über Bundesdurchschnitt.
- • Ostdeutsche Haushalte besitzen nur Bruchteil des Westvermögens.
- • Wettbewerbsreport fordert mehr Investitionen und Innovationsförderung.
Wachstumsdynamik nachlässt
Der Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026 zeigt: Der Aufholprozess der neuen Bundesländer verliert an Schwung. Die Wirtschaftsleistung pro Beschäftigtem erreicht nur noch etwa 85 Prozent des Westniveaus, nach 78 Prozent vor zehn Jahren. Besonders peripher gelegene Regionen wie Teile Mecklenburg-Vorpommerns und das Erzgebirge fallen zurück, während Jena, der Saalkreis und das Berliner Umland den Bundesdurchschnitt übertreffen. Grund zur Sorge geben vor allem die Bevölkerungsentwicklung sowie rückläufige Investitionen und Innovationen.
Vermögenslücke als zentrales Hindernis
Der Report, erstellt vom Saarower Kreis, sieht in der Vermögenslücke zwischen Ost und West ein entscheidendes Risiko. Ostdeutsche Haushalte verfügen im Schnitt nur über einen Bruchteil des Vermögens westdeutscher Haushalte, was private Investitionen bremst. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), warnt vor politischen Folgen: Pessimismus und Zukunftsangst, insbesondere bei Jüngeren, könnten das Wahlverhalten beeinflussen. Die Autoren fordern daher mehr Verlässlichkeit, gezielte Fachkräftegewinnung und eine neue Perspektive: Statt des Aufholens solle künftig eigenständiges Wachstum in den Regionen im Vordergrund stehen. Diskussionen dazu sind auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow geplant.
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