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International 12.03.2026, 21:07 Aktualisiert: 12.03.2026, 23:09

Polens Präsident stoppt milliardenschwere EU-Rüstungskredite

Präsident Karol Nawrocki legt Veto gegen Gesetz für 44 Mrd. Euro EU-Rüstungskredite ein.

Wichtige Fakten

  • Präsident Karol Nawrocki legt Veto gegen Gesetz für 44 Mrd. Euro EU-Rüstungskredite ein.
  • EU-SAFE-Programm bietet 150 Mrd. Euro günstige Kredite für Verteidigung in Mitgliedsländern.
  • Regierungschef Donald Tusk wollte 80% der Gelder in polnische Rüstungsfirmen investieren.
  • Nawrocki präsentiert alternativen Plan 'Safe 0 Prozent' mit Nationalbankreserven.
  • Rechtspopulistische PiS-Partei verbreitet deutschlandfeindliches Narrativ gegen EU-Programm.

Veto gegen EU-Kredite

Polens Präsident Karol Nawrocki hat ein Veto gegen ein Gesetz eingelegt, das seinem Land 44 Milliarden Euro aus zinsgünstigen EU-Rüstungskrediten sichern sollte. Das EU-Programm SAFE stellt insgesamt 150 Milliarden Euro für die Verteidigungsfähigkeit der Mitgliedstaaten bereit, wovon Polen der größte Nutznießer gewesen wäre. Die Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk hatte das Gesetz Ende Februar mit der Mitte-links-Koalition verabschiedet und geplant, über 80 Prozent der Gelder in polnische Rüstungskonzerne zu investieren, um 12.000 einheimische Firmen zu unterstützen.

Alternativer Plan und politischer Streit

Nawrocki, der von der rechtspopulistischen PiS-Partei unterstützt wird, begründete sein Veto mit der Souveränität Polens und präsentierte einen alternativen Plan namens 'Safe 0 Prozent', der zinsfreie Finanzierung aus den Devisen- und Goldreserven der Nationalbank vorsieht. Finanzexperten warnen jedoch vor den Risiken dieses Vorschlags, da die Nationalbank in den letzten Jahren Verluste machte und die Umsetzung nach aktueller Gesetzeslage rechtswidrig wäre. Der Konflikt spiegelt die tiefe politische Spaltung in Warschau wider, wobei PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski ein deutschlandfeindliches Narrativ verbreitet und das EU-Programm als Teil deutscher Dominanz darstellt.

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