Mord an russischem Exilkünstler: Polen vermutet politischen Hintergrund
Wichtige Fakten
- • Der russische Exilkünstler Semjon Skrepezki wurde in Ostpolen erschossen.
- • Polens Premier Tusk vermutet einen politischen Mord, möglicherweise aus Russland.
- • Ein Verdächtiger mit georgischem Pass wurde festgenommen.
- • Skrepezki war ein scharfer Kritiker Putins und Kadyrows.
- • Das Opfer hatte zuvor Schutzangebote der polnischen Behörden abgelehnt.
Hintergrund und Tat
Der russische Exilkünstler und Karikaturist Semjon Skrepezki, der mit bürgerlichem Namen Robert Klusowkow hieß, wurde am Montag in der ostpolnischen Kleinstadt Biała Podlaska auf offener Straße erschossen. Augenzeugen zufolge feuerte der Täter fünf Schüsse aus nächster Nähe ab. Skrepezki lebte seit 2021 mit seiner Familie im polnischen Exil und galt als scharfer Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin, des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow und anderer russischer Amtsträger. Noch drei Tage vor seiner Ermordung protestierte er vor der russischen Botschaft in Berlin mit einem Bild, das Putin im Arm von Josef Stalin zeigte.
Festnahme eines Verdächtigen
Die polnischen Behörden haben einen 36-jährigen Mann mit georgischem Pass festgenommen, der im Verdacht steht, die Tat begangen zu haben. Die Festnahme erfolgte in einem Hostel nahe Warschau durch Polizei und Inlandsgeheimdienst. Laut Innenminister Marcin Kierwiński soll der Verdächtige bereits mit anderen Verbrechen in Verbindung stehen. Die Ermittler arbeiten daran, mögliche Auftraggeber zu identifizieren. Zwei zunächst festgenommene Männer aus Belarus wurden wieder freigelassen, da keine Beweise für eine Beteiligung vorlagen.
Reaktionen aus der Politik
Polens Premierminister Donald Tusk sprach von starken Hinweisen auf einen politisch motivierten Mord. Sollte sich eine Beteiligung Russlands bestätigen, handle es sich um einen Fall von „Staatsterrorismus“ mit internationaler Tragweite. Sowohl die Polizei als auch der Inlandsgeheimdienst hatten Skrepezki zuvor Schutz angeboten, was dieser jedoch ablehnte. Geheimdienstkoordinator Tomasz Siemoniak bezeichnete die Hypothese eines russischen Auftragsmords als „ziemlich offensichtlich“. Die Ermittlungen dauern an.
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