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Inland 20.04.2026, 08:58 Aktualisiert: 20.04.2026, 15:30

PKS 2025: Rückgang der Straftaten, aber Anstieg bei Sexualdelikten und methodische Grenzen

Erstmals seit 2022 Rückgang der Straftaten um 5,6 % auf 5,5 Millionen Fälle.

Wichtige Fakten

  • Erstmals seit 2022 Rückgang der Straftaten um 5,6 % auf 5,5 Millionen Fälle.
  • Sexualdelikte stiegen um 8,5 %; Tatverdächtige oft Bekannte oder Partner.
  • Mord und Totschlag nahmen um 6,5 % zu.
  • PKS erfasst nur angezeigte Taten, nicht das Dunkelfeld oder Verurteilungen.
  • Cannabis-Teillegalisierung und weniger Migration trugen zum Rückgang bei.

Rückgang der Straftaten und Einflussfaktoren

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2025 zeigt erstmals seit 2022 einen Rückgang der erfassten Straftaten in Deutschland um 5,6 % auf etwa 5,5 Millionen Fälle. Laut Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) trägt die Cannabis-Teillegalisierung dazu bei, und auch weniger Migration führte zu einem Rückgang bei Straftaten gegen das Aufenthalts- oder Asylgesetz um rund 80.000 Fälle. Gewaltverbrechen gingen leicht um 2,3 % zurück, und Diebstähle verringerten sich um 6,5 %.

Anstieg bei Sexualdelikten und Gewaltkriminalität

Dagegen stiegen Sexualdelikte wie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung um 8,5 %, wobei Tatverdächtige oft Bekannte oder (ehemalige) Partner sind und zu 98,6 % männlich. Laut BKA-Präsident Holger Münch ist der Anstieg seit 2018 um 71,7 % besorgniserregend und könnte auf eine erhöhte Anzeigebereitschaft sowie gesetzliche Verschärfungen zurückgehen. Zudem nahmen Mord und Totschlag um 6,5 % zu, während Wohnungseinbrüche und Computerbetrug ebenfalls anstiegen.

Methodische Einschränkungen und Dunkelfeld

Die PKS erfasst nur das Hellfeld angezeigter Taten, nicht das Dunkelfeld ungemeldeter Straftaten oder Verurteilungen, was ihre Aussagekraft begrenzt. Kritiker weisen darauf hin, dass nur etwa 6 % der Sexualdelikte angezeigt werden, da viele Opfer aus Scham oder Abhängigkeitsverhältnissen schweigen. Die Statistik zeigt lediglich Tatverdächtige, nicht rechtskräftig Verurteilte, und kann durch Mehrfachzählungen oder verzerrte Kontrollen beeinflusst werden.

Politische Reaktionen und Ausblick

Innenminister Dobrindt kündigte an, die Ermittlungsbefugnisse der Polizei, insbesondere durch KI-gestützte Datenanalyse, auszubauen. Die PKS bleibt ein wichtiges Instrument zur Abbildung bekannter Fälle, liefert aber keine vollständige Darstellung der tatsächlichen Kriminalität in Deutschland, was eine differenzierte Interpretation erfordert.

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