Protestaktion #ichstillwoichwill: Mütter kämpfen gegen Stigmatisierung des Stillens
Wichtige Fakten
- • Sicherheitsdienst in Saarbrücken verwies stillende Mutter aus Einkaufszentrum.
- • Bundesweit initiierten Mütter die Fotoaktion #ichstillwoichwill.
- • Zwei Drittel der Bevölkerung befürworten Stillen in der Öffentlichkeit.
- • Weibliche Brust wird häufig sexualisiert dargestellt.
- • Aktion machte Station in Berlin, München, Stuttgart und Trier.
Hintergrund der Aktion
Mit einer Foto-Aktion setzen sich Mütter für die Sichtbarkeit des Stillens in der Öffentlichkeit ein. Auslöser war ein Vorfall Ende Mai 2026 in einem Einkaufszentrum in Saarbrücken, wo eine stillende Mutter vom Sicherheitsdienst aufgefordert wurde, das Stillen zu unterlassen. Daraufhin demonstrierten Mütter vor Ort, und die Initiative #ichstillwoichwill entstand bundesweit. Unter diesem Hashtag entstanden Fotos von stillenden Frauen an alltäglichen Orten wie Bibliotheken, U-Bahnen, Museen und Spätis.
Gesellschaftliche Widersprüche
Obwohl eine repräsentative Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ergab, dass zwei Drittel der Bevölkerung Stillen in der Öffentlichkeit befürworten, berichten viele Frauen von kritischen Blicken oder Ablehnung. Kunsthistorikerin Julia Meyer-Brehm sieht einen Widerspruch zu idealisierten Mutterbildern in der Kunst, wie der „Maria lactans“. Ihrer Ansicht nach offenbart die Irritation eine tief verwurzelte Sexualisierung der weiblichen Brust, die das Stillen als natürlichen Akt ablehnt.
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