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Gesellschaft 02.05.2026, 15:08 Aktualisiert: 02.05.2026, 23:02

Rekord bei Pflege-Azubis, aber Lehrkräftemangel droht die Entwicklung auszubremsen

2025 begannen 64.000 Menschen eine Pflegeausbildung, ein Plus von 8 Prozent.

Wichtige Fakten

  • 2025 begannen 64.000 Menschen eine Pflegeausbildung, ein Plus von 8 Prozent.
  • Derzeit machen 158.000 Menschen eine generalistische Pflegeausbildung – Rekord.
  • Ab 2030 benötigen Pflegelehrkräfte verpflichtend einen Masterabschluss.
  • Wegen Personalmangel müssen bundesweit Pflegekurse abgesagt werden.
  • Brandenburg erlaubt Lehrkräften ohne Master unter Auflagen.

Azubi-Boom in der Pflege erzielt Rekordwert

Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in der Pflege. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2025 um acht Prozent auf rund 64.000. Aktuell absolvieren etwa 158.000 Menschen eine generalistische Pflegeausbildung – so viele wie nie zuvor seit Einführung des Pflegeberufegesetzes. Dieser Boom wird unter anderem auf die verbesserte Vergütung zurückgeführt: Bereits im ersten Lehrjahr erhalten Azubis in Brandenburg rund 1.500 Euro. Die Ausbildung zieht daher nicht nur aufgrund der krisenfesten Perspektive an, sondern auch wegen ihrer gestiegenen Attraktivität.

Lehrkräftemangel als wachsende Hürde

Der Zuwachs an Auszubildenden stößt jedoch in den Pflegeschulen an Grenzen. Stellvertretender Schulleiter Denny Köppen berichtet, dass zusätzliche Lehrkräfte benötigt werden. Verschärft wird die Situation durch hohe Anforderungen: Ab 2030 dürfen nur noch Lehrkräfte mit Masterabschluss unterrichten. Viele der aktuell tätigen Lehrkräfte verfügen jedoch nur über einen Bachelor. „Der Lehrermangel an Pflegeschulen ist seit Jahren der Flaschenhals der generalistischen Ausbildung“, sagt Anna Leonhardi vom DEVAP. Bundeskweit werden Kurse abgesagt, weil Unterrichtspersonal fehlt. Interessenverbände fordern daher flexible Übergangsregelungen und eine Attraktivierung des Pflegepädagogikstudiums durch bessere Anerkennung und finanzielle Förderung.

Politische Reaktionen und Ausblick

Das Brandenburger Gesundheitsministerium verweist auf bestehende Spielräume und Übergangsfristen. Bis Ende 2035 können noch Lehrkräfte ohne Master arbeiten, zudem erlaubt eine Nachwuchskräfteregelung den Einsatz von Personen, die den Abschluss nachholen müssen. In der Pflegeschule Beelitz-Heilstätten gelingt es noch, den Betrieb aufrechtzuerhalten, doch der Engpass könnte beim Rekordandrang künftig zu erheblichen Problemen bei der Unterrichtsversorgung führen.

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